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Friedrich des Großen Anschauungen vom Kriege in ihrer Entwickelung von 1745 bis 1756
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3. Die Entwickelung des Königs auf strategischem Gebiet.

Mittel, Nach-richten vomGegner,zn er-halten.

Walt Schiffbruch leiden würde. Es ist als» schlechterdings nöthig, sich beyderzu bedienen, weilen öffters die Gewalt durch Gegen-Gewalt abgetriebenwerden kan, wohergegcn zum Oefstcrn die Gewalt der List weichenmuß.*) Die verschiedenen Arten der Krieges-Listen seyend ohnendlich ..."und führt in mehreren Kapiteln, besonders in den Usnsöos st reales, eineMenge von Kriegslisten auf, die auf allen Gebieten der Kriegführungangewendet werden könnten. Was die anznwendenden Listen im kleinenKriege betrifft, so verweist er auf seineKrieges-RoA'lemouts", worin erein gantz weitläufftigtes äotmiU* davon gemacht habe.**) Es handelt sichdabei um die Verlockung feindlicher Abteilungen in Hinterhalte durch einenscheinbaren Rückzug und um Aehnliches, namentlich aber um die Erkundung.

Die geschilderten Verhältnisse gaben Friedrich die Ueberzeugung, daß es, umim Kriege einigermaßen Ueberblick und Anhalt zu gewinnen, nöthig sei, sich allerMittel zu bedienen, die die Verhältnisse darboten. In der langen Dauer der Feld-züge, in denen man sich oft wochenlang gegenüber lag und bewegte, bildete sichregelmäßig eine Verschiedenheit in dem Verfahren und dem Auftreten der gegeu-überstehendcn Führer heraus; das Persönliche und Oertliche spielte in der Krieg-führung eine gewichtige Rolle. Alle Schriftsteller und alle Feldherren weisennachdrücklich darauf hin, daß die lange Dauer der Feldzüge die beste Gelegen-heit gebe, den Gegner, und besonders den gegnerischen Feldherrn, inseinen Eigentümlichkeiten kennen zu lernen. Friedrich hat den Zeit-raum von 1741 bis 1745 in dieser Richtung gut benutzt. Er führt imXIII. ArtikelVon gewissen Kennzeichen, wodurch man des Feindes Inton-tions errathen kann" eine Reihe von Beobachtungen auf, die er im Kriegemit den Oesterreichern gemacht hat.Wenn die Oesterreicher in LAmpuAiwstehen, so kann mau die Tage errathen, wenn sie marolliron werden, weil esein beständiger Gebrauch bey ihnen ist, davon sie niemahls abweichen, daß derSoldat alle LIuroü-Tage kochen muß- Siehet man also in ihren Lager vor-mittags um 5 oder 8 Ilhr viel Rauch, so kann man staat darauf machen,daß sie denselben Tag ein Llonvsinont vornehmen werden."So offte dieOesterreicher schlagen wollen, so ziehen sie alle ihre große Dstaollsmontsvon leichten trouppsn an sich, sobald man solches gewahr wird, so muß manauf seiner Hut seyn."Wenn man einen kosten von ihren Ungarischentronppou kUtaguirst, und diese halten l'orine, so kann man sicher schließen,daß ihre Xrmcks ü porlcks und zwar gantz nahe ist, um sie zu ssoonckirsn."Wann ihre leichte tronppsn sich zwischen Euch und einen llotmelwinenti, soIhr ausgeschicket habet, setzen, so könnet Ihr daraus schließen, daß der Feindein I)683oin ans solches Oktnoüsmsnt hat, wornach Ihr Eure Nosnrssnehmen müsset..." Alles das ist das Ergebnis) persönlicher Kriegserfahrungund war von großer Wichtigkeit. Weniger der eigenen Erfahrung als

*) G. P., Von denen i-gn-ntnAomss und Kricgcs-Listcn, XI. A.

G. P. XI. A.