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Friedrich des Großen Anschauungen vom Kriege in ihrer Entwickelung von 1745 bis 1756
Entstehung
Seite
322
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Zusammen-

fassung.

.-ZZZ 3. Die Entwickclimq des Königs auf strategischem Gebiet.

trauensstcllungeu befindlich und in der Lage sind, Wichtiges zu erfahren, wieSekretäre der Feldherren, Postmeister w. Er führt dafür einige Beispieleaus den Kriegen Luxemburgs und des Prinzen Eugen an. lieber Doppel-spione sagt erDerer doppelten 8 pion 8 bedienet man sich, um dem Feindefalsche Nachrichten aufznbinden. In Loüwioäoboi'A' war ein Itnliüusr, soden Oesterreichern zum 8 piou dicnete, Denselben ward weiß gemachet, daßWir, bei Annäherung des Feindes, uns nach Li-sslnu rotioirou würden; Erversicherte solches den Printzen von UotllrinAou, und er ward betrogen."Die folgenden Ausführungen zeigen, mit welchen Mitteln man unter denVerhältnissen des damaligen Feldkriegs arbeiten konnte.Uns würde esschwer seyn, in einem Kriege wieder die Oesterreicher, dergleichen 8 p>iouszu haben, und zwar nicht sowohl, daß sich bey ihnen nicht, eben wie beyanderen, Lenthe aom-umpiran und bestechen lassen solten, sondern vielmehrdeshalb, weil ihre leichte toonppou, welche die wie eine Wolcke

umgeben, niemanden passinon lassen, ohne ihn zu visitiron; Dieseshat Mir die lääs erwecket, daß man ein paar von ihren Husaren-OküoiorsoorrumM'611 müßte, vermittelst Deren man die oorrsspouciniieö unterhaltenkönte, und zwar solchergestalt, daß weil der Gebrauch ist, daß wenn dieHusaren mit einander scharmütziren, sie zu Zeiten unter sich einen kleinenStillstand machen und sich besprechen, bey welcher Gelegenheit sodann dieBriefe leichtlich abgegeben werden könten. Wenn man seinen Feinde falscheZeitungen zubringen lassen, oder auch von ihn Nachrichten haben will, so be-dienet man sich des Mittels, daß man einen zuverlässigen Soldaten aus demLager zum Feinde übergehen lässet auch durch denselbigen, Zettels in denfeindlichen Lager heimlich ausstreuen, um die trouMsu zur vssortiou zuaniwirsn . . .".*) Aber die Benutzung der Spione in dem Maße, wie siestattfand, blieb stets eine zweischneidige Waffe.Geschehet es, daß der Feindeinen 8 pivu von Imporlanae, welchen Ihr in seinen Lager habt, entdecket,so ist Eure Loewsois verlohren, wvrnach Ihr Euch vorhin gerichtet habet,und Ihr erfahret von des Feindes Llauosnvrss nichts mehr, als nur die-jenigen, so Ihr von ihn sehet."^) Konnten diese Mittel gelegentlich rechtwirksam werden, so stellten sie doch auch für das eigene Heer eine fort-währende Gefahr dar und waren die Ursache eines beständigen Mißtrauens,das die Operationen fortwährend durchsetzte und zu Behutsamkeit zwang.

Alle die oben dargestellten Verhältnisse, von der Schwierigkeit der Auf-bringung und Erhaltung der Heere bis zu den eigentümlichen und unver-meidlichen Hindernissen, die das Operiren an den Ländern und ihrenBewohnern fand, bildeten den Hintergrund, von dem sich die damaligeKriegführung abhob, sie waren der Boden, aus dem sie in den so eigentüm-lichen Formen notwendig hervorwuchs. Die lange Dauer der Feld-

*) G. P. XII. A.G. P. XII. A.