Wahrnehmungen und Folgerungen allgemeinen Charakters.
317
als entschiedener Feind aller nicht unbedingt nöthigen Abzweigungen, aberer sagt sich, daß das „votnolliron", um seine Zufuhr zu decken, unvermeidlichist und zuweilen einen großen Umfang annehmen muß. „So osft Ihr inBöhmen oder Mähren Krieg führet, so seyd Ihr schlechterdings ollli^irat zuäotnelliron, um Eure Vivros sicher an Euch zu bekommen. , . ." sagt erund verweist auf den Feldzug von Soor, wo infolge vieler Abzweigungennicht alle verfügbaren Kräfte für die Schlacht versammelt werden konnten.Er will daher den kleinen Krieg vornehmlich als ein Hülfsmittel desHecreshaushaltes ansehen, entweder indem durch ihn die eigene Zufuhrgedeckt oder die des Gegners weggenommen werden sollte. Zu dieser Zeit,1748, tritt der Wunsch, den kleinen Krieg möglichst zu beschränken, wieder-holt deutlich hervor, während er nach der Auffassung der Zeitgenossenein vortreffliches Mittel war, das Heer in den Pansen der Kriegshandlungzu beschäftigen und zu schulen. Den Zweck der Schulung läßt Friedrichvorerst nicht gelten, da er ja auf rasche Entscheidungen drängt undweiß, daß seine Truppen dafür geeignet sind. So kennt er in derZnstrnation vor die (lanornl-Nnjors^ im Feldkriege nur zwei Arten vonyäataollomslltll", nämlich solche, „um oonvois zu decken" und solche „seit-wärts der feindlichen nrmcko, um selbiger in ihre oonvois zu fallen, oderauch ihr das kourn^iran schwer zu machen"; außerdem zählt er noch eineArt von Detachements ans, nämlich die zum Schutz der Winterquartierebestimmten Postirungen. Für die Thätigkeit der Detachements giebt er ein-gehende Vorschriften, in denen als Nebenzwecke gelegentlicher Ueberfall auffeindliche Truppen, Wegnahme von Ortschaften und Städten, endlich das Ein-ziehen von Nachrichten angedeutet werden. Das Hauptgewicht legte er darauf,daß die Detachements jederzeit feste Lager bezögen, um nicht überfallen zuwerden, und daß sie gesicherte Rückzugswegc offen behielten. Demnächst wardem Gegner, allerdings unter Beobachtung der nöthigen Rücksicht ans dieeigene Sicherheit, möglichst Abbruch zu thun.
Das Beste erwartet der König im kleinen Kriege von der Per-sönlichkeit der betreffenden Führer, die daher mit größter Sorgfalt aus-zuwählen waren. „Die Ollllcriors welche OatnoliameutÄ oominnnclirau,
müssen form, llnräi und vorsichtig seyn; Ihr (lllsk giebt ihnen AsnsrnlaInstruotionss, sie aber müssen bey sich selbst Rath zu nehmen ivissen,ob sie ans den Feind avanoiran, oder aber sich ratürlran sollen, nachdemnehmlich die Umstände eines oder das andere erfordern. Vor supo-
rieura loro68 müssen sie sich allezeit zurück ziehen, hingegen aber auch vonihrer Stärcke > wollt,ii-on, wann sie nehmlich den Feind in der Zahl über-legen seynd. Zuweilen rotwiron sie sich des Nachts bey annähernng desFeindes, und wann dieser alsdann glaubet, sie wären auf der Flucht, so kehrensie lwu8gn6M6nt, wieder um, (;llnr«llron denselben und jagen ihn vor sichzurück. Die leichten Ironppsn vom Feinde müssen sie nicht anders als ver-achten." Der XVII. Artikel handelt näher hiervon; der König meint, daß