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I. Die Entwickelung des Königs auf strategischem Gebiet.
kommt es nur darauf an, wer von beydcn die Freundschafft und das Ver-trauen der Landes - Einwohner gewinnen kann;" die Mittel dazu erblicktFriedrich in Aufrechterhaltung strengster Manneszucht, auch in der An-regung religiöser Stimmungen. Bon größtem Einfluß scheint ihm die Haltungdes Landvolks gegenüber kleinereit Tmppenabtheilungen zu sein. . . „Wegender knrtllisn so man ausschicken will, muß man sich nach der I'rotsotion
i-oFuIir6ii, welche man bey denen Einwohnern des Landes findet; Mau kan
in seinen eigenen Lande darunter alles ün^arcliron, in einem neutralenLaude aber, muß man schon behutsamer seyn, es wäre dann, daß man vonder Neigung des Landes-Volckes, oder von den größesten Theil desselben, ver-sichert wäre. . ." Sehr schlimm sieht er die Sache in einem Lande mit ent-schieden feindlicher Bevölkerung an. . . „In einen gantz feindlichen Landewie Böhmen und Mähren ist, muß man kein anderes Spiel als ein
sicheres spielen, und wegen vorhin schon angeführter Ursachen, seine Uartüiounicht avantnriron, auch überall den Krieg so geschlossen als möglich
führen. . . Man muß sich nicht Unbilden, daß man das Volck daselbst,jemahlen vor sich gewinnen könne". . . Nun kommt ein Hinweis, der in den„l'rincnpos Aönllranx" fehlt, also später Aufnahme fand. . . „Seit derZeit daß diese LIsmoirgZ gefertiget worden seynd, hat die Kayserin Königinvon Ungarn die Last derer Iinposton denen Mährischen und BöhmischenUnterthanen viel schwerer gemachet. Man könnte vielleicht von diesem Um-stande prokitiron, um sich diese Unterthanen astootionirt zu machen, zu-mahlen wenn man sie llattirsto, daß man sie gelinder trnotiron würde,wann man diese Länder gewonnen haben werde. . ." Selbst eine mäßige
Anwendung von Aufreizungen gegen die geistliche wie weltliche Obrigkeit hälter für ein Mittel, sich ein Volk, dessen Land man erobernd betreten, geneigtzu machen . . . „Das heißt eigentlich, Himmel und Hölle vor Euer Intorossobewegen." Spiegeln diese Sätze das Wesen der Kriegführung im 18. Jahr-hundert unübertrefflich wieder, so zeigen sie andererseits auch, wie gründlich derKönig ans die unvermeidlichen Begleiterscheinungen des zeitgenössischen Kriegeseingegangen war, und wie er darauf bedacht war, so schwierige Verhältnissezu bemustern.
Angesichts dieser ist es natürlich, daß sein stets auf das Praktische
gerichteter Blick sich ganz besonders dem kleinen Kriege zuwandtc. War
dieser doch wie ein Netz, worin sich damals die großen -Operationen
häufig nur mit Mühe bewegten. So beschäftigen sich mehrere Artikel
der „Oonoral-IU'inoipiu" mit dem kleinen Kriege, seinen mannigfachen
Erscheinungsformen, und der König geht ans diese Verhältnisse auf-
fallend genau ein. Zur Zeit der Abfassung der General-Prinzipien stand erdem kleinen Kriege im Allgemeinen abweisend gegenüber. In dem X. Artikel:„Wie und warum man votaoüomontZ schicken muß"''H zeigt er sich
*) Die hierher gehörigen Ausführungen der „Instrnetion" von 1746 decken sichvollständig mit dem in den ^Konörg.I-I'rinLrpin" Gescigten.