Druckschrift 
Friedrich des Großen Anschauungen vom Kriege in ihrer Entwickelung von 1745 bis 1756
Entstehung
Seite
315
Einzelbild herunterladen
 

Wnhrnehnumgen und Folgerungen allgeiucincn Charakters.

315

furtbarkeit, Wälder, Sümpfe, Ansiedelungen sollte sich der Feldherrgenauimprimirou«. Fehlte ihm die Möglichkeit zu eigener Erkundung, oder handeltees sich um ein fremdes Land,so muß man lmdils ollloiers unter allerhandUrstoxton hinschicken". Mit gleicher Sorgfalt wägt er den Einfluß derBevölkerungen auf die Kriegführung ab; der XIV. Artikel derOsneral-?rinoipig/° handelt ausschließlich davon. Durch eigene Erfahrung hat derKönig erkannt, welch großer Unterschied zwischen der Kriegführung in fremdenLändern und im eigenen besteht. So gelangt er in richtiger Würdigung seinerLage und seiner Aufgaben, im geraden Gegensatz zu den Theoretikern, dieden Krieg im Auslande führen wollen, um das Heer auf Kosten des Gegnerszu erhalten, zu dem merkwürdigen Satz:Wenn Ich keine andere Absichthätte, als nur den selat von Meiner lloputatiou; So würde Ich niemahlenanders, als in Meinen eigenen Ländern Krieg führen, wegen aller dererVortheile so man dabey findet: denn jedermann dienet. Euch darin zumSpion, und der Feind kann nicht einen Schritt thun, ohne verrathen zuwerden; Man kan lmräimsnt große und kleine Uurtdion ausschicken, mankan seinen Feind überfallen und gegen ihn alle Usssorts vom Kriege, vonden kleinesten bis zu denen größesten, spielen lassen. Wird er geschlagen, soazirst ein jeder Bauer wie Soldat und lmreolirok den Feind . . MeinesOrtes habe Ich es nach der Uutuills von VriocksborZ gesehen, wo die Ein-wohner derer Gebürge in Schlesien, viele Flüchtlinge von der OesterreichischenVrmäo, zu Krieges - Gefangenen einbrachten." Dementsprechende Lehrengab er auch Lehwaldt für den Fall eines Russischen Einmarsches inPreußen. 1749 allerdings will er noch, um sein Land zu schonen, daß dieOstpreußischen Unterthanen den Russensich solchenfalls nicht oppouirsn,vielmehr dasjenige, so von ihnen gefordert werden würde, gutwillig erlegen,dabei aber es nur dahin zu bringen suchen, daß die Ausschreibungen derOontridution und deren Eintreibung einigermaßen mit Ordnung geschäheund das Land nicht total ruinirot werde". Nur die öffentlichen Kassen sollenzurückgeschafft und alle Zahlungen eingestellt werden, auch die im Lande vor-handenen Pferde waren zu entfernen,um dem Feind die viküoultaotou vonseinem maroüs zu verdoppeln". 1756 jedoch geht er offenbar auf Grundbesserer Einsicht dessen, was zur Zeit Noth that, weiter. Der Adel ist amtlichaufzufordern, seine Landsitze zu räumen und sein bewegliches Besitzthum inSicherheit zu bringen, alles Getreide und Gras abzumähen und weg-zuführen, und die bewaffneten Bauern werden geradezu als eine Unterstützungfür das Heer in Rechnung gestellt. Der Krieg nahm damals die Beihülfeder Bevölkerungen viel mehr in Anspruch als später, und da ist es wohlzu verstehen, wenn der so sehr auf Erhaltung seines Heeres und dochdabei auf rasche entscheidende Schläge bedachte König den Krieg untergünstigen äußeren Bedingungen zu führen strebt. Sie mußten jederzeit neugewonnen werden. . .Wann der Krieg in einem nsutiulon Lande gcführetwird, so scheinet die ^vuutuM zwischen beyden Uurtüion s§al zu sehn, und