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3. Die Entwickelung des Königs auf strategischem Gebiet.
„Wenn die Baueren geflüchtet seynd, und ihre Häuser verlassen haben, undman folglich aus der Provinz worin man stehet, keine Lebens-Mittel undZufuhr haben kann, so ist man berechtiget, sollche alsdenu nicht mehr zumsuaZirsn und schicket also Älargustönckkrs und Soldaten-Weiber auf^ouruZ'irnu^ aus, um allerhand Feld-Früchte, auch Vieh einzuholen." Nochin äo In A'uörrs" heißt es in Bezug auf das Erscheinen eines Heeres
in einem Lande:
„Iwurs vomins sü'rnvtl» appralwucksut In Auarrs
Ilk cks lanrs lukoursurs ess ollaiups uduncionncks
I'ur cios I>rn3 cktranZers vont «trs moissouiiLS."
Es läßt sich indessen übersehen, daß zur Zeit der Schlesischen Kriegeinfolge der Schonung der Länder durch die Heere seit mehreren Jahr-zehnten die Flucht der Landleute nur noch vereinzelt und seltener vor-kam, z. B. einem Preußischen Heere gegenüber im tschechisch-katholischenBöhmen, oder auch dann, wenn ein Heer keine Ordnung hielt. Nationaleund religiöse Gegensätze sowie die üble Aufführung eines Heeres in Feindes-land riefen die Flucht der Landlcute hervor, sonst blieben die Bauernwohl meist auf ihrer Scholle. Damit sie es aber thaten, mußte die Krieg-führung auf sie gewisse Rücksichten nehmen, womöglich baar bezahlen, keineRekruten pressen u. s. w. Die Gebundenheit der Kriegführung infolge derFlucht des Landvolks war also vielfach mehr das Ergebniß der Furcht,Verlegenheiten heraufzubeschwören, als die unvermeidliche Folge zwingenderVerhältnisse. So mag die von den Feldherren geübte Schonung der Be-völkerung zuweilen über das unbedingt nöthige Maß hinausgegangen sein.Sicherlich aber sind die wiederholten ernstlichen Hinweise Friedrichs auf dieNvthwendigkeit, sich die Bevölkerung der Kriegsschauplätze zu Freunden zumachen, insofern in den Verhältnissen der Zeit begründet gewesen, als erGegner im Auge hatte, in deren Ländern solche Widerstände tatsächlich zeit-weilig aufgetreten sind, wie Böhmen oder Polen, in Böhmen besondersveranlaßt und hervorgerufcn durch die Anregung der Königin von Ungarn.Namentlich hier hatte der König 1744 üble Erfahrungen in dieser Richtunggemacht, denn die Tschechen waren einfach weggelaufen und durch Nichts zubewegen gewesen, in die Preußischen Lager zu liefern.
Wohin aber flüchteten die Landlcute beim Nahen eines feindlichen Heeresoder vielmehr, wohin konnten sie sich retten? Zum Theile zogen sie sich in unwirt-liche Theile des Landes, große Wälder, deren es eine Menge gab, und ähnlicheSchlupfwinkel zurück. Vielfach aber gingen sic in die Städte, besonders dann,wenn diese einen gewissen Schutz darbotcn, also in Festungen. Mit der regelmäßigwiederkehrenden Flucht des Landvolks in die Festungen wurde damals gerechnet,ja sie wurde im eigenen Lande sogar gern gesehen und gefördert. Abgesehenvon wirklichen Festungen waren nahezu alle Städte noch aus früheren Zeitenher von Mauern, Wällen, Gräben umzogen, die gegenüber einem nicht zu