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3. Die Entwickelung des Königs aus strategischem Gebiet.
können. Seine bisherigen Kriege hatten ihm gezeigt, daß eine Armee, derenKavallerie nur trockenes Futter vertrage „an ihre NaZamns gleichsam an-gebunden sey; . . in der Schlesischen Oampa^us von 1741 habe Ich Meinegantze Oavallkmiö mit trockener kdonraZs unterhalten, wir marellirtsu abernicht weiter als von Ltrsülen nach Lollvoirlnitn, wo ein NaZamn war undvon Lollvvöiänitn nach (ilrottlcau, wo wir in der Nachbarschaft von Lrie^und von der Oäsr waren . . ." *) Um sich von solchen Fesseln frei zumachen, verweist Friedrich nachdrücklich auf die üblichen Fouragirungenund bespricht sie sehr eingehend, betont auch, daß den Pferden das grüneFutter ebenso gut bekomme wie das trockene. Was die Verpflegung derTruppen betrifft, so mußte er es im großen Ganzen bei dem Her-kömmlichen bewenden lassen. Durch Anhäufung von Magazinen, die Ge-
treide und Mehl unter Umständen auch Schlachtvieh enthielten, und durchderen allmähliche Heranziehung an die Armee wurde für deren Bedarf anBrot und vorkommendenfalls an Fleisch gesorgt, alles Uebrige hatten sich dieTruppen selbst an Ort und Stelle zu beschaffen. „Endlich führe ich hiebet)noch mit an, daß unsere Soldaten in der eampaZuo 2 Pfund Brodt desTages und wöchentlich zwei Pfund Fleisch umsonst bekommen, zu welchemBehuf man bei denen eonvois welche unter 686ort68 zur kommen,
zugleich einige Heerden Ochsen mit dahin treiben lässet."**) An Stelle desBrotes konnte auch der Brotgroschen gezahlt werden, wobei der Staat aller-dings schlechter wegkam. Gelang es aber, auch die mit Pferdefutter, Brotund Fleisch versehenen Magazine rechtzeitig und vollständig an die Armeeheranzubringen, so blieb diese doch auch dann mit vielen ihrer Bedürfnisse,wie Getränke, Gewürze, Tabak, Gemüse, Milch, Fett und dergl., auf dasLand angewiesen und daher von diesem abhängig. Noch mehr war
dies dann der Fall, wenn die Heranziehung der Magazine stockte.Es kam daher im Felde stets darauf an, das Landvolk zum Verkauf vonLebensmitteln aller Art zu veranlassen und dauernd mit ihm in Fühlung zubleiben, da die Einrichtungen des Heereshaushalts nur für einen Theil derBedürfnisse sorgten und überdies nicht selten ganz versagten. Wenn nuneine fast ganz gleiche Art, die Heere im Felde zn verpflegen, nämlich dieVerbindung des Magazinsystems mit dem Leben vom Lande, zu anderenZeiten, wie z. B. in den Kriegen Napoleons I.. viel besser gelang, vielglatter vor sich ging als zur Zeit König Friedrichs, so ist einer der Gründehierfür in den eigenthümlichen Verhältnissen des 18. Jahrhunderts zusuchen; die Widerstände und Reibungen, die operirende Heere unter Umständendurch die Bevölkerungen der Kriegsschauplätze erfuhren, waren zuweilen un-gleich stärker oder konnten doch sehr leicht stärker werden als einige Jahr-zehnte nachher.
*) G. P., IV. A.
G. P., IV. A.