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Friedrich des Großen Anschauungen vom Kriege in ihrer Entwickelung von 1745 bis 1756
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3. Die Entwickelung des Königs auf strategischem Gebiet.

Zustand derVerkehrswege.

Gegenden Deutschlands, in Dentsch-Oesterreich, Böhmen nahezu ausschließlichvan Pflanzenkost. Sie überwog damals nun die städtische viel mehr alsheute, und so waren die Heere mit ihrem Anspruch auf täglichen Fleisch- re.Genuß vor eine schwierige Aufgabe gestellt, sobald es sich darum handelte,das Erforderliche im Lande selbst anfzubringcn, das z. B. an Nutzthierennicht nur überhaupt sondern auch verhältnißmäßig sehr viel ärmerwar als gegenwärtig.'*) Eine spärliche, arme, wegen ihres Hörigkeitsverhält-nisses nicht an der Vermehrung ihres Besitzes interessirte Bevölkerung solltedie über die eigenen Begriffe weit hinausgehenden Ansprüche der Heere befrie-digen, die nach damaligem Kriegsgebrauch nicht rasch und glatt durch ein Landhindurchzogen, sondern oft Wochen- und monatelang liegen blieben und aufKosten der Gegend, wo sie standen, zehrten. Daß es unter solchen Umständenthatsächlich häufig schwierig und zuweilen unmöglich werden konnte, die Ver-pflegung aufzubringen, besonders während der eigentlichen Operationen, ist klar.Die Fläche, aus der ein operirendes Heer seine Bedürfnisse zog, war zudemweit kleiner als heute, und bei der langen Dauer der Feldzüge traten dieAnsprüche öfter und dringlicher an die heimgesuchten Länder heran.

Trotzdem scheint es in der Regel gelungen zu sein, die Heere von derSorge um den Unterhalt zu entheben. Aber es wirkten noch andere Um-stände zusammen, um dessen gesicherte und dauernde Aufbringung zu erschweren.Vor Allem war der Zustand und die Zahl der Verkehrswege und Ver-kehrsmittel so schlecht, daß der Güter- wie der Personenverkehr, abgesehen vonden großen Handelsstraßen, sehr gering blieb. Die rasche Beförderunggrößerer Getreide- oder Fleischmengen war fast unmöglich, und dadurcherklären sich die vielen Hungersnöthe der Zeit, die heutzutage aus West-europa verschwunden sind. Eine örtlich beschränkte Mißernte vermochte beidem Mangel ansgleichender Verkehrswege die größte Noth zu erzeugen, und sowar der Ausfall der Ernte auf dem Kriegsschauplätze von größtem Einflußauf die Kriegführung, was Friedrich ausdrücklich bezeugt.**) Namentlichdie Heranführung des Hafers und des Heues für die Pferde machte unendlicheSchwierigkeiten, sobald man sich nicht des Schiffstransports bedienen konnte.Der König sagt: „der transport der i?ourg.A<z verursachet ein großesomimrvas wegen des ohnendlichen Fuhrwerkes so dazu erfordert wird, der-gestalt, daß ösfters eine gantze Provintz nicht so viel Pferde und Wagensaufbringen kan, als zur Fortbringung der IPuruZo gebrauchet wird . . ."und wenn er hinzufügt: „Wenn man in Böhmen oder in Mähren Kriegführen will, so muß mau warten, biß das Graß heraus ist, oder die gantze

Kolb, Handbuch der vergleichenden Statistik, weist nach, daß auf 1000 Bewohnervor 1740 weit weniger Nutzthiere entfielen als heute. Während des SiebenjährigenKrieges sank die Zahl abermals, hob sich dann bis zum Ende des Jahrhunderts sehr be-deutend, sank unter dein Einfluß der Franzoscnkriege rapid und blieb seit 18t 6 wiederbeständig im Steigen.

P. K. VI, 287. — G. P., XXI V. A.