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Friedrich des Großen Anschauungen vom Kriege in ihrer Entwickelung von 1745 bis 1756
Entstehung
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/V. Wahrnehmungen und Folgerungen allgemeinen Charakters. ?>()?>

Soldaten ihre Weiber mit ins Feld. Diese von den militärischen Fachschrift-stellern der Zeit als selbstverständlich und anscheinend unwesentlich nicht genügendhervorgehobenen Umstände wirkten zweifellos sehr lähmend. Man muß sichein solches voraussichtlich für Jahre ins Feld ziehendes Heer des 18. Jahr-hunderts von einem starken Troß begleitet denken, der in den Oräi-68 ciobat-UUo nicht nachgewiesen wird. Nur durch Umwege gelangt man zu derUcberzengung, daß die Heere damals sehr viel mehr verzehrt haben müssen,als ihrer Kopfstärke entsprach. So brauchte das Französische Heer unterLuxembourg 1694 täglich 150 000 Portionen Brot, obwohl es noch nicht100 000 Mann stark war,*) und dabei bedeutete die Zahl der Portionennoch nicht einmal den vollen Bedarf, da dieser vielfach durch freien Ankaufgedeckt wurde. Aus den Nachrichten über das Verpflegungswesen läßt sichschließen, daß auf die Reichlichkeit und namentlich auf die Regelmäßigkeitund Gleichmäßigkeit der Verpflegung ein ganz besonderes Gewicht gelegtwerden mußte, was im Hinblick auf die stets drohende Fahnenflucht sehr noth-wendig war. Dennoch sollte man glauben, daß für Heere von 50 000 bis100 000 Mann die Verpflegung überall in Mitteleuropa leicht zu findengewesen sein müßte. Das Gegcntheil ist aber der Fall: Verpflegungsfragennehmen einen ganz unglaublich breiten Raum in den Entwürfen der Feld-herren ein, und überall tritt bei den Schriftstellern die Sorge um denUnterhalt der Heere in einer Stärke auf, die sonderbar erscheint. AuchFriedrich empfindet dies. Gleich nach dem ersten Artikel der General-

Prinzipien kommen deren drei, die sich mit der Verpflegung befassen undmit dem Satze eingeleitet werden: „Ein gewisser großer Osnoral sagte, daßwenn man eine ^rmäs bauen wolte, man von den Bauche anfangen müsste,denn dieser das 1?unäLwLnt davon wäre". An anderer Stelle sagt er: „EinOensrak der sich nicht mit genügsamen vivrss versorget, würde bald aufhören,ein Held zu sehn wenn er sonsten auch größer wie desar wäre."**) Selbst-verständlich war dies mit dem vom Könige beklagten Steigen der Heeres-stärke noch schwieriger geworden. Der Dreißigjährige Krieg mit seinen furcht-baren Plünderungen, der geradezu entsetzlichen Entvölkerung und Verödungganzer Landstriche namentlich im Norden Deutschlands,. wirkte um die Mittedes vorigen Jahrhunderts noch erkennbar nach. Waren zwar die Bevölkerungs-zahl und der Wohlstand seitdem gestiegen, so waren beide doch hinter denVerhältnissen der Gegenwart sehr zurück, und namentlich die Bedürfnisse fürein Heer, Fleisch, geistige Getränke, waren als Luxusgenüsse selten undschwierig zu erlangen. Es ist wohlbezeugt, daß der deutsche Bauer des18. Jahrhunderts den Genuß von Fleisch als eine Ausnahme an Fest-tagen ansah, und noch heute ernährt sich die ländliche Bevölkerung in vielen

Beanrain, Histoirs initibulrs äs bUnnärs, Paris 1755, V, 354 und lUanebs 1.Andererseits waren die Truppen während der ersten sechs Wochen des Feldzuges wedergelöhnt noch mit Fleisch versehen worden. Ebenda 335.

**) Von denen walsnts, welche ein General habe» muh.