ll. Schlnchtentaktik.
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Indes über diese Halbheit geht Friedrich bald hinaus. War in den„kvnornl-l'riuoipi:^ die schräge Ordnung eigentlich nur als ein gelegent-liches Ausknnftsmittel gedacht und nur ein Beispiel ihrer Anwendung gegebenworden, so tritt sie uns in den „1>6ii3668 6k r6«l68 pMvrnlss^ als dieRegel entgegen und ist von einem weit entschiedeneren Geiste durch-weht als sieben Jahre früher. Der König giebt hier acht Beispiele vonSchlachtenangriffen. Sieben davon laufen auf den schrägen Angriff hin-aus; in jedem einzelnen Falle fragt er sich nur, ob er mit dem rechtenoder dem linken Flügel angreifen soll, aber angegriffen wird stets,und zwar stets mit einem Flügel. Nur im achten Falle, wo derGegner seine Flanken so stark angelehnt hat, daß sie unmöglich angegriffenwerden können, entschließt er sich zum Angriff ans die Mitte. Sonst ist 1755die schräge Ordnung des Königs Grundgedanke geworden, nach allenRichtungen durchdacht und erwogen. Fortwährend beschäftigt ihn der Gedanke,daß der Feind, wenn er sich nur auf einem Flügel angegriffen sieht, seine Kräfteinnerhalb der Stellung dahin verschieben wird; aber über dieses Bedenken setzt ersich mit der echt und ewig kriegerischen Ueberzeugung hinweg: i>6 ekisoon-
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po3ition.*) So kehrt er immer wieder zur schrägen Ordnung
zurück. Wir wissen, daß er sich 1755 den Gegner stets in sehr starker,durch das Gelände, Dörfer, Verhaue, Schanzen, Spanische Reiter gedeckterStellung denkt. Da sucht er sich nun für den schrägen Angriff zunächst stetsdie schwächste Stelle, dann dasjenige Gelände aus, wo er am raschesten undungesehensten an den Feind herankann.
Allerdings verlangte dies außerordentlichen taktischen Scharfblick, denn eshandelte sich auch darum, die eigenen Flanken zu sichern, daher war die Anwendungder schrägen Schlachtordnung nur in einzelnen Fällen, auf besonders dazu ge-eignetem Gelände möglich, und dieses Gelände mußte von Fall zu Fall gesuchtund aufgefnnden werden. Ist der Stoß angesetzt, so verlangt der König dasfeinste und rascheste Zusammenspiel von Infanterie und Kavallerie. Diese hat wieder Wirbelwind heranzubransen, sobald das gegnerische Fußvolk durch den über-raschenden Angriff der Preußischen Infanterie ins Schwanken geräth undabzuziehen beginnt. Auch die Möglichkeit, daß derGegner sich an Abschnitten wiedersetzt, wird bedacht. Im V. Plan befinden sich hinter der Stellung des Feindes
*) 1k s. L, eomdats st dataillss.