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2. Die Entwickelung deS Königs auf taktischem Kebiet.
k?Ign<gus nehmet; Eine ^i-m6s von 100 000 Mann, wann sie in der kNangsuogefasset wird, kan dnrch drevßig tausend Mann geschlagen werden, denn die^kk'airo elooilliovt sich sodann geschwinde." Der König fügt ein taktischesBeispiel bei: der beigefügte Plan zeigt eine feindliche Armee, die denrechten Flügel an ein Dorf, den linken an einen anscheinend nicht ver-hauenen und hochstämmigen Wald lehnt. Er sagt: „Mein rechter Flügelthut allen olilort, ein Oorps lnlüntvi-io ziehet sich unvermerckt in dasHoltz, um die Feindliche Oavnllorio auf die l'iangao zu nttnguirsn unddie ^tta<gu6 von unserer Oavailooiv zu pnotvAii-on, einige RegimenterHusaren haben Onclro, den Feind in den Rücken zu fallen, darauf avaiieirotdie Sobald die feindliche Oavakloi-is geschlagen ist, so attaHuirot
die Inkantorik in den Holtze, die von den Feinde in die 1Mn<gno, währenderZeit, daß Eure Inknntoris selbige in der Fronte nimmct, den lincken Flügelaber muß man nicht eher anrücken lassen, bis der lincke Flügel des Feindesgäntzlich geschlagen ist. Dieses sind die Vortheile solcher Dispomtion, nehmlich1) kan sich eine kleine Anzahl von Rrouppon mit einen snpooioursrn Ooop8messen, 2) attuguirst ein Theil Eurer den Feind von einer cleei-
sivon Seite, 3) wann Ihr geschlagen werdet, so ist nur ein Theil vonEurer ^rmcks geschlagen worden, und die übrigen dreyviertel derer Drouppsnso noch frisch seynd, dienen Euch, die Ilotraito zu machen."
Aus diesen Entwürfen ist zu ersehen, daß der König die schrägeSchlachtordnung keineswegs in dem schematischen Sinn seiner theoretischenVorgänger, sondern je nach dem gerade vorliegenden Fall angewendet wissenwill. Er stellt aber ferner den Gesichtspunkt der Ueberraschung stark in denVordergrund, die ganze Anlage der Schlacht ist eigentlich darauf begründet.Das schwierige Gelände endlich, das er sonst so gern meidet, ist ihm hiergeradezu ein Mittel, den Feind zu übertölpeln, der sich auf die Sicherheitseiner, wie er wähnt, gut angelehnten Flügel verläßt. Friedrich erhebt sichin diesem Fall bewußt über Lehre und Kriegsgebrauch seiner Zeit, indem erden Gegner gerade dort anpacken will, wo dieser nach den herkömmlichenBegriffen überhaupt nicht von vornherein, höchstens vielleicht gelegentlicheinmal im Verlaufe des Gefechts, zu fassen war. In dieser Vereinigungvon Beweggründen: der Anlage der Schlacht mit größter Entschiedenheitnnd von Hanse aus auf den Angriff eines feindlichen Flügels, auf dentaktischen Theilsieg, der Benutzung des Geländes zum Angriff, die bisherals ein Mittel der Abwehr galt, in dem grundsätzlichen Hinweisedarauf, daß eine an Zahl entschieden unterlegene Armee so schlagenkönne, ja müsse, und endlich in dem Streben zu überraschen, liegt dasNeue. Hier tritt uns die schräge Ordnung wie aus einem Guß und denErfordernissen der Zeit aufs Geschickteste angepaßt entgegen. Längstbekanntesvernehmen wir nur da, wo Friedrich meint, der Angriff in schräger Ordnungsei ein Mittel, sich ohne großen Verlust zurückzuziehen, wenn das Durchfechtender Schlacht bis zur Entscheidung nicht gelingen sollte.