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2. Die Entwickelung des Königs ans taktischem Gebiet
Nutzung ein Mittel zum Siege zu machen. Zunächst wirft er in der„Histoirs äs uwn torups" dem Prinzen Carl von Lothringen vor, er-halte weder bei Chotusitz noch bei Soor verstanden, die reichlich geboteneGelegenheit zum Ueberflügeln zu benutzen. Aber schon im Kriege selbst,unmittelbar nach der Schlacht von Mollwitz, treten in seinen Aeußerungendie ersten Keime der schrägen Ordnung hervor. In den Befehlen vom28. April 1741 heißt es: „An welchem Flügel cs wird befohlen werden,cs sey solches der rechte oder der linke, davon sollen die 20 Laign-räronsrrtta«gnir6ii." Eine Disposition zum Angriff auf die Oesterreicher vomAugust 1741 sagt: „Sobald wie die ^.r-wäs aufinurollirst ist, so soll
der gantze linke Flügel der 6avul1: mit Standhaftigkeit au den Feindluuroüirön . . . Sobald die 6uv: uttuHuiröt, so soll auch der linke Flügelvon der Inkautvrie schrem (schräge) vorwärts muroiiiroii . . . und denFeind uttaguirsn." In den Weisungen aus dem Lager von Seelowitz vomMärz 1742 heißt es (Instruktion für die Kavallerie vom 17. März): „Wennder Feind angegriffen wird, so wird ein Flügel von der ^.riuos den Angriffthun. Wenn solches nun geschiehet, so soll es etwas schräge geschehen, der-gestalt, daß dasjenige LsK-imont, so auf dem Flügel stehet, in etwas eherattuciuirst, als das neben ihm stehende Rögirusnt. . In der Dispositionfür die Infanterie vom 25. März desselben Jahres lesen wir: „derjenigeFlügel welcher Lttacsuirön soll, muß in guter Ordnung und wohl geschlossenan den Feind waroliirön ..."
Während des ersten Schlesischen Krieges schon beschäftigte sich Friedrichalso eingehend mit dem schrägen Angriff und hat sich damit so vertrautgemacht, daß er ihn in einzelnen Fällen geradezu anvrdnet. In großem Maß-stabc gelang jedoch zunächst die Uebertragung der schrägen Ordnung auf dieKriegspraxis nicht. Derartiges bedarf wiederholter Versuche und Erfahrungenbei Führern und Truppen, bevor es in der wünschenswerthen Reinheit gelingt.
Der zweite Schlesische Krieg scheint in dieser Beziehung für den Königund sein Heer sehr fruchtbar gewesen zu sein, obwohl sich Friedrich selbstnicht darüber ausspricht. Bei Hohenfriedeberg nutzte er ganz unverkennbarden von der Initiative der Preußischen Führer mit Erfolg durchgeführtenAngriff auf den linken Oesterreichischen Flügel durch Einschwenken und theil-weises Aufrollen des Gegners meisterhaft aus. Auch bei Soor hatte sichdurch das nothgedrungene Verwerfen der Preußischen Front nach Westen derAngriff auf den verbündeten linken Flügel fast von selbst ergeben, wurde aberdiesmal allerdings vom Könige bewußter angesetzt als bei Hohenfriedeberg,wenngleich es wiederum nicht gelang, die Herstellung der schrägen Ordnungin voller Reinheit durchzusetzen. Trotzdem sind diese Kriegscrfahrungen unddie ersten Versuche des Königs in der Handhabung der schrägen Schlacht-ordnung eine vortreffliche Schule für ihn gewesen und befestigten seinenGlauben an die Vorzüglichkeit dieser Art des Schlachtenangriffs. Auch denraschen und durchschlagenden Erfolg des Fürsten Leopold bei Kesselsdorf hat