n. Schlachtsntaktik.
277
dürfen, die Kavallerie allein die Entscheidung geben werde. So hoch ist seinBewußtsein vom Werthe seines Heeres für die offene Feldschlacht gestiegen.
So faßt er Alles, was er noch darüber zu sagen hat, in die Worte zusammen:yO'ost ckun8 068 oooasion8 In ciu'il ng haut pa,8 mnrahnnäov l'onnoini,so lormöv pvomptemönt, inaroliov tont 6s 8uito n Ini en Ii»n6 pavallölol>6 80N somit."*)
In solchen Fällen also will er Parallelschlachten schlagen, indenen das gleichzeitige und gestimmte Einsetzen seines Heeres zu einemgewissenhaften Ansringen mit dem Gegner führt, wobei ihm die Güte seinerTruppen nothwendig den Sieg verschaffen wird. Wirklich zeigen die zweiPläne, die er in der „Iiwti-notion" von 1746 und den „dörwrnl-I'vinoipia,"der Erläuterung der offenen Feldschlacht beifügt, reine Parallelschlachten, indenen nur gelegentlich mal ein oder der andere Theil der Schlachtlinie durchBortreffen verstärkt werden soll. Aber schon in den „dönoiml-I'rinoipm"sagt sich der König, daß ihm der Gott der Schlachten die Gelegenheit zusolchen Schlägen wohl schwerlich oft bieten wird, weil der Feind sich nichtleicht im freien Felde stellen und weil das Preußische Heer voraussichtlich stetssehr viel schwächer sein wird als das des Gegners. Da er Beides als dieRegel ansieht, sucht er nach Mitteln, um trotz dieser Schwierigkeiten zu sieg-reichen Schlachten zu gelangen.
Ein solches Mittel hat er schon 1746 in der schrägen Schlachtordnung Friedrich findetgefunden, die ihm von nun an keine Ruhe mehr läßt, auf die er immer wieder, ^^nu,ig^i!ie'unter den verschiedensten Umständen, zurückkommt, sie gelegentlich auch seinen den Sieg vc»Generalen empfiehlt,**) und die daher als ein eigentlicher Grundgedanke des irorm.Königs betrachtet werden muß. Aus seinem Bedürfniß, mit einem an Zahlschwachen Heere rasche und vollständige Entscheidungen zu erzielen, mußte noth-wendig das Suchen nach einer allgemein verwendbaren und Erfvlgverheißenden Form für den Schlachtenangrisf hervorgehen. Eine solcheForm glaubt er nun in der schrägen Schlachtordnung gefunden zuhaben.
Es konnte einem so aufmerksamen Beobachter wie Friedrich nicht ent-gangen sein, daß wirklich reine Parallelschlachten eigentlich niemals statt-fanden; beinahe stets begann der Kampf zuerst auf einem Flügel, um sichsodann über die ganze Front fortzupflanzen. Auch wenn das Gefecht bereitsauf der ganzen Front im Gange war, bildeten sich infolge der Gelände-gestaltung und anderer Umstände einzelne örtliche Brennpunkte, die schließlichdie Entscheidung wesentlich beeinflußten. Daß die Flanken der damaligenHeere sehr empfindlich waren, hatte der König schon bei Mollwitz undChotusitz wahrnehmen müssen. Mit seinem starken Geiste griff er dieseallen Zeitgenossen geläufige Erfahrung ans, um aus ihr durch richtige Be-
e. R., Untnittos.
An Lehwaldt, P. K. XII, 452.NnegSgeschichtliche Emzclfchristen. V. (Heft 27).
4