H. Schlachtentaktik.
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cr in der „Umtoirs 6s mou tsmps" mit auf den entschlossenen Angriffgegen den feindlichen linken Flügel gesetzt, obgleich dieser Angriff örtlich frontalverlaufen war. Es wäre also irrig, anznnehmen, daß Friedrich in allenseinen Schlachten, schon von Mollwitz an, die schräge Ordnung angewendethätte. Richtig ist vielmehr, daß sich diese Form des Angriffs ihm Erfolgverheißend zeigte und er daher darauf sofort einging. Ein bewußter Versuchmit ihr in großem Maßstabe ist aber bis 1745 nicht unternommen worden,obwohl sie ihm beständig vorschwebt.
Bot ihm somit die eigene Kriegserfahrung die erste oder doch mäch-tigste Anregung dar, über die schräge Schlachtordnung nachzudenken, sohat auch das Studium der Militärlitteratnr wahrscheinlich mit dazu bei-getragen, daß er an dem Gedanken festhielt und ihn vertiefte. Seit derWiedergeburt der Künste und Wissenschaften und dem Zurückgreifen ansdie Antike hatte sich die Militärlitteratnr wiederholt mit der Schlachtschrägedes Epaminondas und deren Uebertragung auf moderne Verhältnisse befaßt.Schon der erste Herzog von Preußen beschäftigte sich 1552 in seinem Kriegs-buche mit ihr, ihm folgten darin später Montecuccoli, Khevenhüller, Folard,Pnysögur. Die Schriften der letzten Beiden waren dem Könige bekannt.Puyssgur bringt Verwirrung in die Sache, indem er nach Vegetins vierSpezialfälle der schrägen Ordnung abhandelt.*) Folard, der, wie er hervor-hebt, mit seiner „Orckrs odllcsus^ dem Regenten Duo 6'0rl6an8 großenEindruck gemacht hat,**) sieht zwar in der schrägen Ordnung eine Angriffs-form, vermischt sie aber mit seinem immer wiederkehrenden Steckenpferd, derKolonne, unterläßt den Hinweis auf die Nothweudigkeit, beim schrägen Angriffdas Gelände richtig zu benutzen, und will schließlich mit diesem zwar nichtimmer, aber doch mit Vorliebe die gegnerische Mitte anpacken. Er behauptet,bei Mantinea habe Epaminondas seinen Stoß gegen die Mitte der Gegnergerichtet, räumt zwar die Vortheile des Angriffs auf einen Flügel ein, schließtaber: „6s plaos an-6s88U8 oslls (den Angriff) 6n osntrs, pur 1a. rumongu'uns urmäs pa.rtaZ6s n'a. nulle rs38ouros, tanckm vsus g'sn vom unsmüllitö eontrs 1'a.utrs nttaHus.^***)
Ganz anders der König. Er paßt die Sache den Bedingungen seinerZeit an und faßt die Ergebnisse, zu denen er gelangt, zusammen. Es warihm nicht entgangen, daß zu einer Zeit, wo so außerordentlicher Werth aufdie Deckung der Flanken gelegt werden mußte, der grundsätzliche Angriffdarauf die größten Aussichten biete; allerdings mußten dabei vor Allemdie eigenen Flanken ausgiebig gesichert werden. „Die große Regel
vom Kriege, in allen was man Treffen, llatalllsn oder Motion nennet,ist, daß man seine lillancsusn und seinen Rücken versichere, und daß
*1 Gstb. 1. Schl. K. I, 103 ff.
Es scheint überhaupt, daß kurz vor dem Austreten Friedrichs des Großen in denKreisen höherer Europäischer Militärs viel von der „Orärs obligus" die Rede gewesen ist.
***) Pariser Ausgabe, 30.
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