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Friedrich des Großen Anschauungen vom Kriege in ihrer Entwickelung von 1745 bis 1756
Entstehung
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276
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276 2. Die Entwickelung dcS Königs anf taktischem Gebiet.

ist es nöthig, daß ein eonslckornliloi' Theil von der kormiret sey,"

wobei man sich nicht scheuen darf, unter Umständen das erste Treffen aufKosten des zweiten zu verstärken.Man nppn^ii-st seine beyde Flügels,oder wenigstens einen und zwar denjenigen davon, vermittelst dessen manseinen Haupt-eckoi-t thun will. . ." Die Anlehnung hat erforderlichenfallsdurch bewegliche Mittel, Osfensivflanken zu geschehen, gut ist es jedoch stets,den einen Flügel an einen Fluß, Berg und dergl. zu stützen. Hohen Werthlegt der König anf die innige Verbindung von Reiterei und Fußvolk, damitdie Kavallerie jederzeit sofort in der Lage sei, den geringsten Vortheil dereigenen Infanterie auf das nachdrücklichste ausznnutzen oder örtliche Rück-schläge, die die Infanterie erleiden könnte, durch ihre Aufopferung auszugleichen,wett zu machen, wobei auf die Erfahrungen von Mollwitz verwiesen wird.Die Infanterie greift rücksichtslos an;die Oommancksui-s derer Uatnillonsmüssen sich angelegen seyn lassen, in den Feind zu brechen und solchen zuizut'onoii'sn, ohne sich eher des Feuers zu bedienen, als wann er den Rückengegeben hat. . . Wann die Soldaten vor sich zu schießen anfangen, so müssendie OomwLncksui-s selbige das gewehr wieder schultern, und sie beständignvanoirvn lassen eine Lataills so sich auf diese Weise onFnZii-ot, wirdsehr geschwinde geendiget seyn."^) Die Kavallerie attackirtmit Furie" imvollen Galopp; eine Reiterreserve gehört hinter die Mitte der Schlachtlinie.Es wird aber erfordert, daß man einen tüchtigen oküoiei- auswehle, umDiese rs86rvg zu oommauckirsn, dieweil er vor sich selbst nAirsn muß..."Die Reiterführer stürzen sich, sobald sie ein Schwanken der feindlichen In-fanterie bemerken, aufs Rascheste ihr in die Flanke. . .Dieses wird sodannkeine Uatnillo, sondern vielmehr eine totnlo Osstruetion Eurer Feindeseyn, insonderheit, wann sich in der Nähe kein ckdtils findet, so deren Flucht

PI'0t6o-i,'t. ..."

Friedrich sucht hier den Sieg mit so heißer Seele, er entwirft ein sogroßartiges Bild von der Schlacht, wie sie Preußische Truppen unter günstigenUmständen zu schlagen vermögen, er legt sein ganzes Wollen so sehr aufdie Vernichtung seiner Gegner an, daß man sieht, er liebe und suche solcheKämpfe. Gewiß, er wünschte in dieser Art zu schlagen, die es gestattete, dietüchtigen Eigenschaften seines Heeres völlig auszunntzen! Aber er täuscht sichnicht darüber, daß das nicht oft möglich sein wird. 1746 und 1748 glaubt ernoch, daß es zuweilen angängig sein wird, 1755 hat er die Hoffnung beinaheganz verloren, daß sich ihm der Gegner jemals wieder in offener Feldschlacht stellenwerde. In den ponseies et i-dZIes ist der Abschnitt über dieUataillss en i-ssecawpuAne" sehr kurz gehalten, und dem Wunsche, zu vernichten, tritt die Ein-sicht zur Seite, daß die Gelegenheit dazu sich nur selten finden wird. DieLehren der ^Osneral-Uriueipia" werden verkürzt, zusammengezogen; der Könighält sich überzeugt, daß er im offenen Kampfe seine Infanterie gar nicht be-

*) Dieser Hinweis findet sich in derInstrnotion" von 1740 noch nicht.