Im Allgemeinen und Taktik der einzelnen Waffen.
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hatten die Oesterreicher bei Chotusitz thatsächlich versucht, und mehrere ihrerGenerale waren Anhänger dieser Ansicht * * ***) ) Den Gedanken des grundsätzlichenAngriffs für die Infanterie, gesteigert bis zum Angriff ohne Feuer, hat derKönig ausgenommen; die Herleitung ans der Theorie ist nicht unmittelbarnachzuweisen, wohl aber die ans der Kriegserfahrung, *'^) die er aller-dings in anderer Weise entwickelt wie seine Borgänger. Schon bei Mollwitzhatte schließlich nicht das Feuer des Preußischen rechten Flügels sondern dasVorrücken des linken den Ausschlag gegeben. Der Niederschlag dieser Er-fahrung tritt zunächst in der Disposition vom 28. April 174l, besonders aberin der vom 25. März 1742 zu Tage, in der es heißt, „daß inan denFeind nicht so sehr durch das olmr-Airen wegschläget, als daß man ihn viel-mehr, sozusagen, wegdrängcn muß."*^) Bor Beginn des Zweiten SchlesischenKrieges wurden diese Weisungen besonders in der Ordre für die sämmtlichenGenerale vom 23. Juli 1744 ch) eindringlich wiederholt und in den folgendenSchlachten mit außerordentlicher Energie befolgt. Sic führten, besonders beiSoor und Kcsselsdorf, zu dem Verlauf, den Feind förmlich einzurenncn.Nirgends zwar war in beiden Schlesischen Kriegen ein Angriff größererPreußischer Jufanteriemasseu, ganz ohne einen Schuß zu thun, bis zumZusammenstöße mit dem Feinde vorgetrieben worden, dennoch aber ist dieHoffnung des Königs, daß dieses Ziel einmal erreicht werden könne und auchdie Art, wie er sich über die zaghaften Ansichten der Zeit hiuwegsetzt, voll-kommen zu verstehen. Das was er in seinen Lehrschriften über den Angriffdes Fußvolkes sagt, ist in Ziel und Fassung wesentlich verschieden vonden wissenschaftlichen Unterlagen, die er benutzen konnte, und darin geht ersomit seiner Zeit voraus. Einige Proben legen das schlagend dar.Der Marschall von Sachsen sagt 1732: „Wenn der letzte Krieg(Spanischer Erbfolgekrieg) noch einige Zeit angedauert hätte, so würde mansich ohne Zweifel mit der blanken Waffe geschlagen haben, weil man dieUebertreibung des Feuers einzusehcu begann."ff-) Khcvenhüller meint: „EineGeneralregel ist, besser angreifeu, als sich angreifen zu lassen, welches auchganz natürlich ist, Massen, da man gegen den Feind avauoiot, so erhitzt sichdas Geblüt des Soldatens und nuimirt ihn, hingegen, sich angreifen zu lassen,macht ihm schon eine gewisse npprolwnsion, sonderlich wenn sie an denTodten und Blessirten schon voraus das lüxompok sehen. . . ." 777 ) Hiererscheint der Angriff also beinahe als ein Auskunftsmittcl, um den Nach-theilen der Abwehr und des Fcuergefechts zu entgehen. Der Gedanke an
*) So namentlich G. F. Z. v. Thüngen nnd F. M. Graf Khevenhüller.
*"') Beweis dafür die taktischen Folgerungen, die der König schon aus seiner erstenSchlacht zog, nnd die augenblicklich einsetzende Nenschnlung der Infanterie.
***) Bergt. Gstb. t. Schl. K., 1t, Anhang I», Bd. I II, 13k :c.
7) V-rgl. Gstb. 2. Schl. K., I, 16.
714 klövvi'ios, I, 76.
777) Mitthcilnngcn des Kaiserlichen und Königlnhen Kriegoarchivo 1881.