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Friedrich des Großen Anschauungen vom Kriege in ihrer Entwickelung von 1745 bis 1756
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1. Einleitung.

Namentlich der Fortgang des Oesterreichischcn Erbfolgckrieges fesselte seineAufmerksamkeit, er forderte seine Gesandten wiederholt auf, Nachrichten überdie Operationen zu senden,^) und von 1746 ab schickte er -Offiziere alsZuschauer zur Französischen Armee in Flandern, die ihre Beobachtungenschriftlich niederzulegen hatten. Ans den erhaltenen Schriftstücken ist in-dessen nicht zu entnehmen, daß die betreffenden Offiziere besonders Werth-volles lieferten, mündliche Berichte mögen größeren Nutzen gebracht haben.Wie sehr sich der König übrigens mit den Operationen der kriegführendenHeere beschäftigte, ergiebt sich daraus, daß er im Spätherbst 1747 demMarschall von Sachsen Entwürfe für die zum nächsten Frühjahr beabsichtigteBelagerung von Maastricht übersendete, die diesem sehr zugesagt zu habenscheinen. Sehr ungelegen kam es Friedrich allerdings, daß diese Pläne denOesterreichern durch Verrath bekannt wurden und seine persönliche Antheil-nahme am Fortgange des Krieges in Flandern Aufsehen erregte. Alles inAllem aber läßt das Suchen nach rein militärischen Nachrichten von fremdenKriegsschauplätzen erkennen, daß es ihm dabei nicht nur um Unterlagenfür seine Politik, sondern ganz wesentlich mit auf das Häufen militärischerErfahrungen ankam.

Auch den Fortschritten der fremden Heere im Frieden schenkte ergroße Aufmerksamkeit. Selbst technische Neuerungen zogen sein Interesseauf sich. Als der Französische Ingenieur Belidor eine neue Mine erfand,erkundigte sich der König sofort danach.^* **) ) Die Reorganisation, Ver-mehrung und Verbesserung der Oesterreichischcn Artillerie und des Öster-reichischen Schießpulvers werden frühzeitig bemerkt, und der Preußische Vertreterin Wien dringend aufgefvrdert, Genaueres darüber zu berichten.*^*) Ebensoentgehen dem Könige die wichtigeren Personalveränderungen in fremdenHeeren nicht, und er sucht ein Bild der betreffenden Persönlichkeiten zugewinnen. 7 ) Bis in die gegnerischen Kriegspläne sucht er einzudringen. Hs)Es ergiebt sich daraus, daß er selbst die Fäden des militärischen Nach-

*) So wird unter Anderem der Preußische Gesandte in Paris, Baron de Chambrier,am 28. Dezember 1746 angewiesen, den Marschall von Sachsen darüber auszuforschen, ober den nächsten Feldzug mit einem Angriff auf Maastricht oder Luxemburg zu eröffnengedenke. Ueber die betreffende Festung hat Chambrier sodann zu berichten:llingusmsntI>our saliskairs on guslguo katzon ü ma onriooltö". P. K. V, 272. Es ist hierbeidarauf zu verweisen, daß die Diplomaten jener Zeit mit der rein militärischen Bericht-erstattung sehr viel vertrauter waren als später. König Friedrich ist in dieser Be-ziehung von seinen Gesandten meist gut bedient gewesen. Namentlich Chambrier gegen-über spricht er sich über den Werth der gelieferten militärischen Nachrichten höchst aner-kennend aus. P. K. V, 317. 1746, P. K. V, 93.

**) P. K. IX, 457.

P. K. X, 247

f) P. K. X, 344, 364 u. a. a. O.

-s-s-l P. K. Xk, 196 bis 20«, 209, 296; Xll, 1«.