Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
238
Einzelbild herunterladen
 

238

noch eine dritte dynamische Wirkungsweise aufzuzählen, lieifstso viel, als sich vermessen, defs man die Wirkungsart der an-deren genau kennte, welches doch nicht der Fall ist. Wennman wie Plenk (Physiologie der Pflanzen. Wien 1795. 8- S.2-)sagen wollte, dafs die organischen Körper aus festen, aus flüssigenTheilen und aus der Lebenskraft beständen, so könnte mansich auch Reize denken, die auf diesen letzteren Bestandtheileinwirkten. Da so etwas aber nicht statt findet, fällt auch dasAndere weg. Wenn ein Reiz einmal ein Organ wenig verän-dert, oder nur seine Continuität verletzt, und ein anderes Maleine grofse allgemeine Wirknng darauf erfolgt, so liegt das indem veränderten Zustand des Organs oder des ganzemOrganismus.

§. 217 .

Die verschiedenen Theile des Organismus zei-gen sehr verschiedene Arten der Gegenwirkung, ha-ben auch zum Theil eigenthümliche Reize.

Anm. Man schrieb auch dieses häufig mehr den Reizenals der verschiedenen Erregbarkeit der Organe zu, welches abernicht zu billigen ist. Man liefs auch die Reize in allgemeineund besondere zerfallen, allein diese Eintheilung, so zweckmäs-sig sie auf den ersten Blick scheinen mag, ist nicht durchzu-fiihren. Ein Gift z. B. das schnell tödtet, kann allgemeinscheinen, allein bei näherer Untersuchung finden wir, dafs esauf gewisse Organe, oder Systeme von Organen zunächst ein-wirkt, und durch deren Tod den allgemeinen hervorruft. Wirkönnen durch den Galvanismus auf einen kleinen Theil wir-ken; bei seiner verstärkten Anwendung aber können wir seinenEinflufs auf den ganzen Organismus wahrnehmen. Dasselbefindet bei gar vielen andern Dingen statt.

Es ist nicht zu läugnen, dafs es Körper giebt, welche einensehr eigenthümlichon (specifischen) Reiz auf gewisse Organeäufsern, z. B. die Kanthariden auf die Harnorgane, die nareo-tischen Gifte auf die Iris, allein aufserdem haben sie eine