Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
234
Einzelbild herunterladen
 

234

Anm. 1- Es haben wohl Physiologen einige der festenTh eile als todt angesehen, z. B. bei den Thieren die Ober-haut, die Nägel, die Plaare, sogar die Knochen, und bei denPflanzen ähnliche Tlieile, namentlich das Holz, allein mit Un-recht; denn alle diese Theile entwickeln sich organisch und sindmit den übrigen in organischer Verbindung. Lebende und todtoTheile hingegen können nie so vereinigt seyn, sondern wenndas Lebende kräftig genug ist, so wird dasTodte von ihm ausge-stofsen, wo nicht, so wird es selbst in dessen Sphäre gezogen undstirbt mit ihm. Das sehen wir bei dein kalt-.n Brand der wei-chen Theile (Sphacelus), wie bei dem der Knochen (necrosis).Lebende Theile können vielen Organismen eingepflanzt werden,todte nie. Sollen todto, also dem Organismus fremde Körperin ihm bleiben, wie z. B. eine abgestorbene Frucht aufserhalbder Gebärmutter, eine Kugel u. s. w., so müssen sie durchergossene plastische Lymphe, oder erdige Ablagerungen umhülltund so gleichsam von dem Organismus abgesondert verwahrtliegen. Geschieht diefs nicht, so werden sie durch dia Folgender von ihnen erregten Entzündung, durch Eiterung oder Brandaus dem Körper weggeschafft.

Anm. % Viel häufiger noch hat man die flüssigenTheile als todt angesehen, vorzüglich seit Brown, der sie alsäufsere Reize für den Organismus betrachtete. Man darf diefsaber nicht zugeben, da sie in der nächstem Beziehung undWechselwirkung zu den festen Theilen stehen, so dafs ohne sieauch nicht die geringste Function eines Organs denkbar ist.Sie sind auch alle eigenlhümliclier Art (§. 147.) und nur inOrganismen so vorkommend; sie bilden sich grofsentheils leichtin feste Theile um, ste' en auch schon zum Theil in der Mitte;sie zeigen sich endlich in Krankheiten verändert. Vor allengilt das Gesagte vom Blut.

Man mufs zugeben, dafs die Flüssigkeiten nur das begin-nende Leben darstellen, und auf einer geringeren Stufe stehen,als die festen Theile, allein todt darf man sie nicht nennen