Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
140
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§. 157.

Das Blut (Sanguis) ist in dom Herzen und inden mit ihm zusammenhängenden Gefäfsen, denArterien und Venen enthalten. Ueber die Mengedesselben ist viel gestritten; betrachtet man aberdie Ausbreitungen jener Theile, welche sämtlichdamit an gefüllt sind, oder die Menge der Masse,welche erfordert wird, um sie nach dem Tode aus-zuspritzen; oder die Fälle, wo Menschen einengros-sen Blutsturz erlitten haben, ohne davon zu ster-ben; oder die, wo sich Menschen verblutet haben,und das aufgefangene Blut eine Schätzung erlaubte:so ist man gezwungen, die Quantität desselben grös-ser anfcuschlagen, als manche ältere und neuereSchriftsteller gethan haben; und wenn man dabeidas speciiische Gewicht des Bluts nicht übersieht,welches nach Plaller 1,0577, nach Berzelius1 ,053 bis J,I26 beträgt, so möchte man HallersAngabe, dafs bei einem erwachsenen Menschenacht und zwanzig bis dreifsig Pfund Blut vorhandensind, keineswegs übertrieben finden.

Anm. Blumenbach (Instit. Physiol. p. ß.) scheint mitAllen Müllen und Abildgaard nur acht Pfund Blut imMenschen anzunehmen, Sprengel (Instit. Physiol. f. p. 378-)läfst es bald den zehnten bald den fünfzehnten, bald den zwan-zigsten Tlieil des Körpers betragen, welches mir alles viel zuwenig scheint. Mit Recht führt Haller an, dafs man auf dieFälle nicht sehen dürfe, wo man bei Thieren so wenig Blutgefunden hat, wenn mau ihnen die grofsen Gefäfse durchschnit-ten hat; ieh selbst babe auf diese Art hei melueren Schafen,deren Blut ich auffing, nachdem die grofsen Halsgefäfse durch-