Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
86
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§ 90.

Die Sehnenfasern scheinen gröfstentheils ausverdichtetem Zellgewebe zu bestehen, doch ist ih-nen entweder etwas eignes beigemischt, oder derZellstoff ist in ihnen auf eine uns unbekannteWeise verändert; worauf ihr Silberglanz, ihre lang-same Maceration im kalten Wasser, und ihr bern-steinartiges Ansehen, wenn sie eintrocknen, hin- 1deutet. Die sogenannten Bänder, welche aus ein-geschrumpften Gefäfsen, entweder immer, wie ausdem Botallisclien Gang, der Nabelvene, den Nabel-pulsadern, oder zufällig liier und da entstehen, wei-chen auch daher von jenen sehr ab, und scheinenblos aus Zellgewebe zu bestehen, wie die Verdop-pelungen der serösen Häute, welche man falscheBänder nannte,

Anm. Es versteht sich, dafs hierbei nicht an die in die-sen Verdoppelungen liegenden Theile gedacht wird. TretenSehnenfasern und Knorpel zusammen, so bilden sie die Faser,knorpel. §. 79-

§. 91.

Die Faserhäute, z, B. die Beinhaut, die harteHirnhaut, enthalten zum Theil sehr viele, jedochdann nicht für sie selbst bestimmte Gefäfse; dieSehnenhäute der Gliedmafsen, die Muskelsehnenund alle Bänder sind gefäfsarm. Wenn Nerven inihnen Vorkommen, so sind sie nur ihren Gefäfsenangehörig. So einfach übrigens diese Theile er-scheinen, und so leicht ihre Wunden heilen, so