Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
36
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wolmhelt unentbehrlich gewordenen Thiers, oder ihres Herrnsehr traurig, oder sterben gar in Melancholie. Bougain-villes Papagay soll durch das Getöse einer Seeschlacht blöd-sinnig geworden seyn. Um die Falken leichter abzurichten,bringt man sie in einen Zustand von Vergefsliclikeit, der anSchwachsinn grunzt, und oft Verrückung genannt'wird.Katalcpsis (Dummkoller), Epilepsie, Tetanus, Tris-mus, Tobsucht (Rasender Koller) linden sich bei Thierenauch. Dasselbe gilt von den Skrofeln, vonderTab.es ilor-salis u. s. w. Die sonst den Menschen cigenthümlich ge-glaubten Ausschlagskrankheiten, als Pocken, Masern, Schar-lach, sind schon bei Thieren bemerkt worden, haften alsobei diesen, wenn sie auch von jenen ausgelien. Die Pest istihnen gemein. Viele menschliche Würmer kommen auch beieinigen Tlüeren vor, z. B. Ascaris lumbricoides, vermicularis;Strongylus Gigas; Distoma hepaticum; Cysticercus Cellulosae;vielleicht selbst die Filaria medinensis.

Anm. 2- Es ist die Frage, ob irgend eine organischeKrankheit dem Menschen eigenthümlich ist. Unter den ange-bohrnen Misbildungen scheint ihm wenigstens blos der Mangelder vordem Wand der Harnblase und der davor liegenden Be-deckungen (sonst fälschlich Vorfall der umgestülpten Harnblasegenannt) eigen zu seyn, welches der Bau des menschlichenBeckens erklärt, wie Blumenbach (de gen. hum. var. p. Gl.)richtig bemerkt. Dahingegen ist das Umkehren der Rippennach hinten eine von mir blos bei Thieren (zur Zeit nur beiKälbern, viermal) beobachtete Misbildung.

Anm. 3- Uebrigens mtifs man nicht vergessen, dafs ein*und dieselbe Krankheit bei verschiedenen oder denselben Thie-ren unter andern Gestalten erscheinen kann, z. B. Mauke undKuhpocken; Piotz und Wurm; Milzbrand und Brandbeulen.Vielleicht gilt selbst etwas Aehnliches von der Rinderpest, di«bis jetzt in dieser Gestalt nur bei dem Rind und Büffel beob-achtet ist. Doch scheint wirklich Manches gewissen Geschlech-tern eigen, wie z. B. die Wuth dem Hundegeschlecht (dem