Her der’s Abh. über den Ursprung der Sprache. Berlin1772. S- — Monboddo von dem Ursprung und Fortgangder Sprache, a. d. Engl. Biga 17S4. 85- 2 Thle. S- mit einerlehrreichen Vorrede von Herde r.— Viel treffliches ist in einervon Wilh. v. Humboldt über die Sprache in der hiesigenAkademie vorgelesenen Abhandlung, die in dem nächsten Bandihrer Schriften erscheinen wird.
§• 33.
Der mit Vernunft ausgerüstete Melrsch weifsseine Lebensart jedem Klima anzupassen, er ver-breitet sich daher leichter als irgend ein anderesThier und artet weniger aus.
Anm. 1. Der Mensch, der seine im Norden gewohnteLebensart in den Tropenländern fortsetzen will, erliegt bald,und dadurch und durch Ausschweifungen aller Art, werden soviele Europäer dort jährlich weggerafft. Kleidet er sich hinge-gen dem Klima gemäfs, geniefst er mäfsig die passende Nah-rung u. s, w., so erträgt er grofs.ö Veränderungen des Auf-enthalts.
Anm. 2- Dem angeblich weicheren Zellgewebe des Men-schen, als dem Grund der leichteren Acclimatisirung (Blumen-hach de gen. 1mm. var. p. 46-) möchte Weniger Gewicht bei-zulegen seyn, als seiner Fälligkeit vieleilei Nahrung zu gemes-sen. Allein liier ist nichts Einzelnes, sondern die Vernunft desMenschen weifs fiir alles Rath, daher können auch die unterseiner Fürsorge lebenden Haustliiere sich weit verbreiten, dochleiden sie schon mehr.
§■ 34.
Das Thier ist früh körperlich ausgebildet, frühder Brunst unterworfen, und hat schnell den Gipfelseiner Kunstfertigkeiten erlangt. Der Mensch hateine lange Kindheit uud Jugend; spät tritt seineMannbarkeit ein; angebohrne Kunstfertigkeiten be-