§• 22 .
Die Aehnlicbkeit zwischen dem Menschen unclden Affen ward jedoch ehemals viel zu grofs ange-nommen, weil man den fabelhaften Erzählungen derReisebeschreiber zu vielen Glauben schenkte, be-sonders aber auch, weil man den in seiner Jugenddem Menschen ähnlicheren Pongo unter dem NamenOrang-Utang (Simia Satyrus) für eine eigene Artansah.
Anm. Dafs der Orang-Utang ein junger Pongo 6ey, isteine der interessantesten Entdeckungen der neuesten Zeit, drhierdurch das so hoch gestellte Anthropomorplium nur eineUebergangsperiode bezeichnet, wo Thiere oft dem Menschen ineinzelnen Theilen näher zu stehen scheinen. Tilesius hatzuerst diese Vermuthung aufgestellt, und Cuvier sich dafür er-klärt; Lawrence (Phvsiol. S. 1310 bringt sehr gute Grundsdafür bei; ich habe auch auf dem anatomischen Museum einenjungen Mandril vor mir, der sehr menschenähnlich ist, so dafsman ihn kaum für einen Pavian halten sollte. Was Abeldagegen sagt, ist ohne Bedeutung.
Homo tro gl o.dy t es , noeturnus Linn. Syst. Nat. Ed.XII. — Pet. C amper's Naturgeschichte des Orang-Utang,übers. Düsseid. 1791- 4- f. — W. Gottl, Tilesius Natur-hist. Früchte der ersten russischen Erdumseglung. Petersb. 1813-4. S. 109 — 130. mit schönen (aus dem Atlas zu Krusensterntab. 94- 95. besonders hcrausg.) Abbild, des Thiers. Eine schöneillttm. Abbildung und Beschreibung findet sich in ClarkeAbel Narrative of a Journey in the interior of China. Lond.1818, 4. p. 320 — 330. p. 365 — 373- Der Kürze wegenmufs ich die alteren Schriften, so wie die späteren von Vos-maer und Oskamp übergehen.
Figuren des Schedels vom Orang-Utang: bei Camper1. c. Tab. II. — Blumenbach Abbild, naturhist. Gegen-