Anm. 2- Der kranke Zustand gastattet oft" sehr teilsBlicke, sowohl in das Leben überhaupt, als in das der einzel-nen Organe, so wie die pathologische Anatomie sehr oft durchdie Untersuchung der krankhaften Entwicklung eines Theils,dessen Bau erst recht deutlich macht.
Anm. 3. Ein ganz vorzüglicher Gewinn wird der Physio-logie dadurch, dafs wir Thiere auf mancherlei Weise in einenkrankhaften Zustand versetzen, und diesen, aber, auch allsReactionen des Organismus, namentlich auch die Wtedererzeu-gung Schritt für Schritt durch Zergliederungen verfolgen kön-nen, ln der Regel bedarf es dazu der Vivisectionen nicht, amwenigsten aber so grausamer, als wir in manchen neueren phy-siologischen Schriften mit Widerwillen beschrieben linden.
§• 14.
Der grofse Einflufs der Physiologie auf andereWissenschaften, ist sehr einleuchtend. Wie dürftigwäre ohne sie die Psychologie, wie geistlos dieMedicin. Mit Rech]; kann man sie als die Bliithealler Naturwissenschaften betrachten,
§• IS.
Die Litteratur der Physiologie für die frühereZeit findet man in des grofsen Hallers unsterbli-chen Werken in der reichsten Fülle.
Bibliotheca Anatomica. T. II. Tiguri 17741777. 4.
Elementa Physiologiae corporis humani. T. I —VIII. Lausann. 1757. — Bern. 1766. 4 f. DieZusätze aus der neueren, nur die Hälfte jenesWerks umfassenden Ausgabe: De partium corporishumani praecipuarum fabrica et functionibus. T. 1 —ß. Bern. 1777. sind besonders abgedruckt. Aucta-