So oft ich mir auch daher vornahm, einHandbuch der Physiologie herauszugeben, soging ich doch immer wieder lieber zu eineranderen Arbeit, bis ich endlich meine Scheu jiüberwunden habe, weil ich es meinen Zuhö-rern schuldig zu seyn glaubte. Ich gebe hierden ersten, allgemeinenTheil, und hoffe denzweiten, besonderen, zur nächsten Michaelis-Messe liefern zu können.
Ich habe nie ein Heft über die Physiolo-gie oder über ändere Wissenschaften für meine"Vorlesungen geschrieben, um mich nicht da-durch zu fesseln, sondern bei der Vorberei-tung zu den einzelnen Abschnitten für jedenein Schema entworfen, das ich bei neuenVorlesungen wiederum prüfte, und nach Gut-befinden leicht ändern konnte, Ich gebe gernezu, dafs die Vorlesungen nach einem Heftgleichförmiger, gerundeter und selbt vielleichtvollständiger sind; aber der Lehrer gewinnt-wenigstens bei dem freien Vortrag, indem ihnnichts bindet, er daher alle Aenderungen, wiesie neue Entdeckungen verlangen, leichttreffen und bald diese, bald jene Ordnungversuchen kann; besonders aber weil der Vor-trag selbst ihn belehrt, wie man den Gegen-stand am besten behandeln müsse. Dinge,die man gehörig stellt, erregen bei dem Vor-trag keine Schwierigkeit, allein sonst fühltman gleich, wo Lücken sind. Ich bin oft inmeinen Vorlesungen mit mir selbst sehr un-