die anderen Begriffe, die sie bilden, und die mehr zu geben bean-spruchen, auch ein Recht zu solchen Ansprüchen haben.Es sollte vor allem deutlich werden, auf welchem Wege es mög-lich ist, für ein Seiendes, das sich prinzipiell von allem der Erfah-rung zugänglichen Seienden unterscheidet, das „Material“ fürdie wissenschaftlichen Begriffe von ihm zu finden. Bisher liegt einüberzeugender Versuch des Nachweises dafür noch nicht vor. Jaes dürfte sich zeigen lassen, daß in Wahrheit alle Metaphysiker imGrunde so verfahren, wie es hier dargestellt ist. Sie müssen sichan einen Stoff halten, den sie im Diesseits vorfinden, und sie bildendann an ihm Begriffe, die sie als gültig für ein Jenseits ansehen.
Diese gewissermaßen negative Seite der Sache braucht hier nichtweiter erörtert zu werden. Es kam nur darauf an, zu zeigen, daßeinerseits ohne die Annahme einer vierten Art des Seins auch dieArbeit an der Wissenschaft ihren Sinn verlieren würde, daß aberandererseits diese Seinsart der wissenschaftlichen Erkenntnis nichtmehr so zugänglich ist wie die drei anderen Arten des Seienden. Wirnehmen also zwar aus theoretischen Gründen ein metaphysischesSein als ontologisch unvermeidlich an, aber wir bestreiten, daßes davon eine inhaltlich erfüllte Wissenschaft gibt.
Näher auf die Probleme der „überwissenschaftlichen“ Meta-physik einzugehen, ist in dem Zusammenhang der allgemeinen Onto-logie, die wir von der Anthropologie getrennt haben, nicht möglich.
Wir knüpften von vorneherein an den Sinn des Menschenlebensan, und wir müssen erst einmal auch den Menschen philosophischuntersucht haben, bevor es gelingen kann, die Bedeutung des meta-physischen Denkens ganz zu würdigen. Wir brauchen nämlich, umdie Notwendigkeit des symbolischen Denkens in jeder Hinsichteinzusehen, die Beziehung auf die Religion, und deren Problemesind nur im Zusammenhang mit den anthropologischen Fragenvollständig zu klären. Allerdings weist auch, ja gerade die Reli-gion, falls sie in ihrem ganzen Umfang verstanden werden soll,notwendig über alles Menschliche zum Weltganzen hinaus. Aberdas ist nur ein neuer Grund dafür, daß wir uns jetzt zuerst mitdem Menschen beschäftigen, um dann schließlich zu fragen, wes-halb bei den Problemen der Religionsphilosophie es beim bloßMenschlichen nicht sein Bewenden haben kann.
Rickcrt, Grundprobleme.
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