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Grundprobleme der Philosophie : Methodologie, Ontologie, Anthropologie
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Dürfen wir uns aber auf sie stützen, wenn es sich um Theoriehandelt? Haben wir in unserem Willen ein theoretisches Argu-ment? Wir wünschen zwar gewiß, daß die Welt auf Wertverwirk-lichung „angelegt“ ist. Aber was sagen derartige praktische Wünschefür die theoretische Welterkenntnis?

Auf solche Bedenken wird sich solange in der Tat nichts ent-gegnen lassen, als wir nicht das theoretische Moment auf-zeigen, das in den angeblich nur praktischen oder atheoretischen„Wünschen“ steckt. Wir brauchen aber nur daran zu denken,daß mit dem Verzicht auf jeden im Wesen der Welt selber be-gründeten Zusammenhang von Wert und Wirklichkeit auch dasErkennen seinen Sinn verlieft. Wenn die Welt nicht so ein-gerichtet ist, daß unsere Stellungnahme zum Wert der WahrheitErfolg hat über den Akt des Ich hinaus, dann ist Wissenschaft,die immer weiter zur Erkenntnis der Welt führt, unmöglich. Wirbrauchen also auch als wissenschaftliche Menschen die Voraus-setzung, daß es einen mehr als partikularen, „kosmischen“ Zu-sammenhang von Wert und Wirklichkeit gibt. Unsere „Wünsche“und der auf sie gegründete „Glaube“ sind demnach nicht etwa alstheoretisch irrelevant beiseite zu schieben. Es steckt darin viel-mehr die Grundlage für ein sinnvolles Streben auch nach Wissen-schaft und damit zugleich eine Vorbedingung für die Verwirklichungdieses Gutes. So haben wir das rein theoretische Moment in un-serem Gedankengang aufgewiesen.

Sobald aber für das besondere Gebiet der wissenschaftlichenWahrheit sich ein Glaube an den Zusammenhang von Wert undWirklichkeit als conditio sine qua non eines sinnvollen Forschensrechtfertigen läßt, wird man weiter gehen und sagen dürfen: mit„Wünschen“ in der üblichen Bedeutung des Wortes, d. h. mit bloßindividuellen Willensakten, hat die Annahme einer universalenVerbindung von Wert und Wirklichkeit in der Welt überhauptnichts zu tun. Der Gedankengang besitzt vielmehr Verwandtschaftmit dem, den wir bei Behandlung des Freiheitsproblems benutzten.Wir zeigten auch dabei zunächst die Notwendigkeit der Freiheitfür das theoretische Gebiet auf. Wie dort dürfen wir nun hierebenfalls verallgemeinern. Die Voraussetzung, daß Wert und Wirk-lichkeit miteinander verbunden sind, können wir auch für die