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Grundprobleme der Philosophie : Methodologie, Ontologie, Anthropologie
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führen, die übliche Identifizierung von Sinnenwelt und Erfahrungs-welt gründlich zu überwinden.

Den Terminus „Geist“ dabei zu vermeiden, veranlaßt uns schonder Umstand, daß wir gewöhnt sind, unter Geist ein „höheres“Prinzip zu verstehen, d. h. mit diesem Wort einen Wert gesichts-punkt in die Betrachtung zu bringen. Jede Rangordnung lassenwir zunächst beiseite. Wir suchen ohne Rücksicht auf Wertunter-schiede, die in Ausdrücken wie „höher“ und „nieder“ stets mit-klingen, die Untersuchung zu führen, uns also streng an das Tat-sächliche zu halten. Ob wir später dazu kommen, die dritte Seins-aft, die sich außer der körperlichen und der seelischen innerhalbder Erfahrung aufzeigen läßt, mit Werten zu verbinden, weil siesich nur dadurch unzweideutig begrifflich bestimmen läßt, istfreilich eine andere Frage. Aber die Antwort darauf darf nichtvorweggenommen werden, sondern muß sich aus der sachlichenUntersuchung ergeben.

§ 16 .

Wahrnehmbares und versteh bares Sein.

Eine dritte Art des Seienden, die es außer der körperlichen undder seelischen gibt, drängt sich jedem, der das Ganze der Erfah-rungswelt beobachtet, so sehr auf, daß es schon im methodologi-schen Teil nicht möglich war, sie vollständig zu ignorieren. Wirmußten darauf hinweisen, daß alle Wissenschaften aus Sätzen be-stehen, und daß die Worte dieser Sätze nur dann relevant werden,wenn ihnen „Bedeutungen“ zukommen, die ihrem Sein nach nichtmit den sinnlich wahrgenommenen Worten zusammenfallen. Da-durch allein können sie das zum Ausdruck bringen,was wir ihrenwahren oder falschen „Sinn“ nennen. Jetzt kommt es darauf an,„Bedeutung“ und „Sinn“ auch ontologisch, d. h. mit Rücksichtauf die Seinsart, die ihnen eigen ist, ausdrücklich zu bestimmen.Kann ihr Sein in der Sinnenwelt, die nur aus seelischen und körper-lichen Gebilden besteht, untergebracht werden?

Wir haben das körperliche vom seelischen Sein auch so getrennt,daß das eine von beliebig vielen Individuen als dasselbe wahr-genommen werden kann, während das andere nur je einem Indivi-