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Grundprobleme der Philosophie : Methodologie, Ontologie, Anthropologie
Entstehung
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sich, die Fragen, die sich ausdrücklich auf das Sein des philosophi-schen Weges, und die Fragen, die sich ausdrücklich auf dasSein des Menschen als Glied des Weltganzen beziehen, mitden besonderen Namen der Methodologie und der Anthropologiezu bezeichnen.

Inhaltlich wird den Lesern, die meine früher gedruckten Bücher(vor allem: ,,Der Gegenstand der Erkenntnis“, „Die Grenzen dernaturwissenschaftlichen Begriffsbildung“, „System der Philoso-phie“, Bd. 1, „Die Logik des Prädikats und das Problem der Onto-logie“) und die in den letzten elf Jahren im „Logos“ veröffentlich-ten systematischen Abhandlungen kennen, die neue Schrift keineunerwarteten Überraschungen bieten. Für den, der meine älterenArbeiten nicht gelesen hat, empfiehlt es sich vielleicht, um vonvorneherein einen Überblick über das Ganze meiner Fragestellungenzu bekommen, von der nur wenige Seiten umfassenden DarstellungKenntnis zu nehmen, die ich 1932 im „Logos“ unter dem Titel„Thesen zum System der Philosophie“ veröffentlicht habe.

Nur über die Behandlung einiger anthropologischer Probleme,die früher von mir noch nicht eingehend erörtert sind, möchte ichschon im Vorwort ein paar Worte sagen. Die hier dargelegten Ge-danken werden hoffentlich ebenfalls den nicht verwundern, dermein Buch über „Die Grenzen der naturwissenschaftlichen Begriffs-bildung“ kennt, das in erster Auflage 1896—1902 erschien. Vormehr als einem Menschenalter habe ich dort bereits darauf hinge-wiesen, daß manche Fragen der Philosophie ohne Wirklichkeits-fremdheit erst dann zu behandeln sind, wenn man nicht vergißt,daß der ganze Mensch stets ein geschichtlich beding-tes Wesen ist und daher allein innerhalb eines Volkes oder einerNation als deren Glied sinnvoll tätig zu leben vermag. Frei-lich muß das „rein“ wissenschaftliche Denken über-national sein wollen, und insofern gibt es „nationale Wissen-schaft“, wenigstens in ihren dauernd haltbaren Ergebnissennicht. Denn, wenn auch die Gesamtpersönlichkeiteines Mannes, wie z. B. Kepler es war, nur als die eines Deut-schen begriffen werden kann, so wären doch die Planetengesetze,die Kepler gefunden hat, theoretisch wertlos, falls sie nicht injedem Lande für die Astronomen aller Nationen Bedeutung hätten.