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Die Chroniken des Wigand Gerstenberg von Frankenberg
Entstehung
Seite
16
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l6 Landeschronik.

fürsten und herren, dafs sie solchermafs regieren und den gemeinen nutzirer land und leute lieb haben, dardurch ir gut gerächte gebreitet und ge-plantzet wird, uft" dafs sie von dem pöbel a ) nicht verhasset werden. Disist der alten heiden, der alten Römer, der alten weisen und der heiligenveter gemeiner b ) rath allezeit gewesen. Also leset man in Fasciculo 1 )-Auch c ) in der cronicken Hermanni 0 ) 2 ).

Bey dieses keysers gezeiten da ward den Sachsen ir land^) zu enge,und ir zöge viel in das land, da itzund Lübeck und Rostock liegen. Da wonetcnleute an der see, die zu streiten ungelehrt waren; hierumb SO wurden sie vonden Sachsen geheissen Dorlinge, umb des willen, dafs sie sich (lorlich zum streitstelleten und desd) wenig geplogen hatten 4 ); darnach wurden sie Doringe ge-heissen 5 ). Als nun die Sachsen sahen, dafs es ein gut land war, datrachten 0 ) sie tag und nacht darnach, wie sie möchten die Doringe ver-21 n. C. treiben. Und als man schreib nach gottcs geburt 21 jare, da kamen siezu streiten, und der Sachsen herzog, genant Harto, gewan den streit, undder Doringe wurden viel aus dem lande mit irem grafen geschlagen, undgetrieben in das land, das itzund Magdeburg heifset"). Darnach über[2S] 7 jare 1 ) kamen sie wider zu streiten; des machten sie eine siine und friede,dafs die Sachsen bey der see blieben und dasselbe land gewalti glichen besassen,*G Bl. 7. und die Doringe besassen das land Magdeburg und auch|*das lant, das itzuntBrunswig heisfset. Dusfser fridde stunt alfso wol hundert jare 8 ). Alsus lefsit manin der Doringschin croniken 9 ).

(Hir sal stehin, wie die Sassen striden geyn die Doringe, unde wiedie Sassen den stryt gewynnen unde triben die Doringe ufs dem lande.)*)*bi. 7'. # Nach der gepurt unfsers hern Jhesu Cristi 46 jare du wart eyn

46. Romsch keyfser, genant Nero. Der hatte eynen bruder, genant Granus,der buwete in Tutschem lande eyn slos, dar konnig Karolus hirnach buweteeyne stad, genant Wassergran'") von dem warmen bade unde von dusfsemGrano; sulche staid wart darnach geheifsin Ache. Alfs das beschribetTheodericus Engelhufsin "). Auch hatte dusfser keyfser Nero cynen frummen,wifsen unde konstrichen meister von syner jogent bie sich behabt, derhyfs Sencca; den versmede der keyfser, darumbe das er eme die worheydsagede, unde nam eynen andern zu sich, der was eyn schalk unde eyntzouberer, genant Symon 12 ). Unde glicherwifse alfs eyne bornende kaledie swarczen verlasschen kolen entczondet, unde dargeyn eyn ussettzigmentsche das ander unde eyn grynte schoff das ander verlettziget undeansticket, so geschach auch dusfsem keyfser. Wante syn meister Senecader was die bornende kole, darvon Nero alleczyt entczondet wart in derhittze unde liebe der dogende unde frummikeyd, so was Symon das grynte• schoff unde der ussettzige. Nu schribet Seneca von dusfsem keyfser alsus,wie das er von eygen natur von gar guter complexion were, unde vonkyntheit uff alle syne tage so frumme unde dogentsam were, das dieRomerc unde das folk en lieber hettin unde eme gonstiger wenn, dan ykeyme vormalfs; wante aller fursten vor eme der wart durch disfses

■■>■) LU volck; Hol. plebibus. b) LU getreuer; Eol. nur consilium.

") Auch — Hermann! war in G wohl nachträglich Zugefügt. A ) L das.

«) LU trachteten. f) Ausgeführt.

') Hol. 35' Z. 9f 15 f; 36 Z. 1—7. 2 ) Flores temporum, Ausg. "•

Eccard 1566 Z. 36—88. : >) Westfalen, s. oben S. 8 m. Anm. 11. ") Thür-

{Stolle 42 u. 58 f). 5 ) Nach der Thür. lourdc vielmehr Doringe in DorIing e

entstellt. Vgl. auch Eng. 1005 Z. 14. *) Scheint eigene Erfindung. *)&

der Thür. ist 28 n. C. das Jahr der ursprünglichen Ausfahrt der Petrioh-8 ) Thür. (Stolle 59). 9 ) S. d. vor. Anmn. '") Eng. Aquisgranum.

") Eng. 1022 Z. 18f. ") Rol. 38' Z. 11; 39 Z. 19 f.