Vorwort.
Es ist die Frucht langwieriger und entsagungsvoller Arbeit,was in diesem Buch, dessen Druck sich durch Jahre hingezogenhat, nun endlich abgeschlossen vorliegt. Mit mannigfachen Schwierig-keiten hatte ich zu kämpfen, erwähnen will ich jedoch hier nurden Mangel an Vorarbeiten, namentlich auf dem Gebiet der hessischenGeschichte, der sich sowohl für die Ouellenuntersuchung wie fürdie Texterläuterung oft fühlbar machte. Die Texte selbst enthaltenmanches bisher Unveröffentlichte, sie umfassen alle mir bekanntgewordenen Aufzeichnungen Gerstenbergs mit Ausnahme des vonihm überarbeiteten Teils des Frankenberger Stadtrechts, das alsGanzes zu besonderer Veröffentlichung zurückgestellt worden ist.Einige minderwichtige Textstücke sind in kleinerem Druck gesetzt 1 ).Eine Hauptaufgabe habe ich in der kritischen Zergliederung derWerke unseres Chronisten gesehen und hierbei den Reiz einer der-artigen Untersuchung empfunden, wie ihn O. Holder-Egger einmaltrefflich geschildert hat, Neues Archiv 26, 473. Ich darf aber hoffen,auch zu sachlich fördernden Ergebnissen gekommen zu sein. Vonfrüheren Ausführungen über Gerstenberg und seine Werke ver-dienen genannt zu werden die Artikel von B. Böse in Ersch undGrubers Allgemeiner Encyklopädie 1 62 (1856), 90—93 und vonA. Wyfs in der Allgemeinen Deutschen Biographie 9 (1879), 66f 2 ),vor allem aber die umfangreiche Abhandlung von J. Pistor, 'DerChronist Wigand Gerstenberg, nebst Untersuchungen über älterehessische Geschichtsquellen', in der Zeischrift für hessische Ge-schichte 27 (1892), 1—120, nebst weiteren Bemerkungen Pistors da-selbst 28 (1893), 113—134. Für Unterstützung meiner Arbeit durchguten Rat und freundliche Hinweise danke ich namentlich denHerren Staatsarchivar Dr. J. R. Dieterich in Darmstadt, Archivar Dr.O. Grotefend in Stettin, Stadtarchivar Dr. F. Gundlach in Kiel, Biblio-thekar Dr. P. Jürges in Wiesbaden, Archivrat Dr. F. Küch in Mar-burg, Geheimrat Professor Dr. G. Freiherrn von der Ropp in Marburg,Kammerherrn Archivdirektor Dr. G. Freiherrn Schenk zu Schweins-berg in Darmstadt, Geheimrat Professor Dr. E. Schröder in Göttingenund — dem unermüdlichen und liebenswürdigen Hauptförderer —Professor Dr. K. Wenck in Marburg.
') S. 5—42. 190—197. 321—336. 339—350. 353—355. 379—381;.') Vgl. auch H. B. Wenck, Hess. Landcsgesch. 1 (1783), XV-XVII; F. X. v.Wegele, Gesch. d. dtsch. Historiographie (1883) 175.
Marburg, im April 1909.
Prof. Dr. H. Dieraar.