I /) LandcschroniU.
er fünf tausend streite getrieben habe, und die gantze weit in einigkeitseines regements bracht hat, durch verhengnis des ewigen worts gottes,und die gantze weit sich in friede unter seinem regement gestillet hat, uffdafs der zeitliche friede eine Verkündigung were der zukünfftigen herlichengeburt unsere herrn Jesu Christi 1 ), durch welche geburt entspriessen solteein ewig friede zwischen gott dem vater und dem menschlichen geschlechte.Auch war es vorbezeichnet an dem himmel, wan drey sonnen erschienenan dem himmel im ufifgang der sonnen und sind alle drey zusammen ineine sonne geflossen; als man das in vielen cronicken lieset"). Solchesbezeichnet, dafs temporaliter und zeitlichen drey teile der weit, als Asia,Africa und Europa, solten zusammen kommen in ein regement, und be-zeichnet spiritualiter und geistlichen, dafs die drey personen, gott vater,gott söhn, gott heiliger geist, in herkantnisse eines waren gottes der gantzenweit bald solte a ) offenbaret werden").
Zu b ) dieses keysers gezeiten geschach 0 -) ein grofs wunder zu Rom.Ein ochs in dem pluge sprach zu dem ackerman: 'du zwingest uns ver-gebens; dan körn wird gnugsam d ) seyn und der leut wird bald wenigerwerden 6 )'. Also lieset man in den geschienten der Römer an dem 6. buche 4 ).*bi. 39'. *Bei denselbigen Zeiten c ) ist uff kommen das volck genant Burgundier, undwurden so geheissen darumb, dafs sie viele bürgen uffschlugen und bauetenuff dem Reine 5 ). Auch ward f ) einer, genant Marcus Agrippa, des keyserseyden, der bauete eine Stadt uff dem Reine und nante sie Agrippina, welchehiernechst geheissen ward Cöln 6 ). Zu derselbigen zeit war ein Römer,genant Claudius Drusus, der bauete die Stadt Mentz 7 ) widder uff dem Rein,da Julius erst ein schlofs gebauet hatte 8 ). Also schreibet meister DieterichEngel haufsen 9 ). Und als man lieset in der cronicken von Mentz, so ward«)1087 v. C. die Stadt lange zeit, bey namen 1087 jare, vor gottes geburt angefangendurch einen von Troja, der hiefs Moguntius 1 '); darvon heist die Stadt 1 )Moguntia 10 ).
Dieser keyser Octavianus ward genant in latino augustus, ab augeo "),das deutet ein vermehrer, dan er vermehrete das Römische reich mit dergantzen weit; darvon heissen alle andere keyser augusti und vermehrer desgantzen heiligen Römischen reichs. Auch war dieser Octavianus ein Spiegelder mudigkeit, mildigkeit und guter lehre, welche drey stücke selten insolcher hohen Würdigkeit übereinkommen. Dan man lieset von ihme also,dafs etzliche leute waren zu Rom, die hinterclafften ihn unerlichen, und soihm das vorkam, da sprach er also: 'in einer freyen Stadt ziemet k ) sichauch, dafs die zungen der leute frey sind.' Seine ritter und diener liefs ernicht müfsig gehen. Seine eigene, leibliche, natürliche töchtere liefs erlernen 1 ) die handwereke des wullenwebens, nehen, würeken 1 ") und stricken");und musten dieselbe töchtere solche handwereke und dergleichen arbeitenund treiben, uff dafs sie durch den müsiggang nichts böses oder argesgedencken, sprechen oder theten. Auch liefs er seine töchtere nicht vorsich kommen mit uberflüdigkeit und hochmüthiger kleidung, sondern siemusten kleidung tragen in redlichkeit. Diese vorgeschrieben puneten und
«■) A solte bald. b) J, j n> c) geschacli — Zeilen fehlt A.
'!) L gnug. «) fehlt L. f| A war. b) ATI war. >') A Moguntinus,
L Maguntius. i) A sie. k) ^ ziemc i) 4 ] eliren . m) L wereken.») A sticken.
') Rol 34 Z. 1—5. *) Vgl. Paulus 6,25 (8. 57 Z. 28 /'); Pol. 33' Z. lf-
:l ) Mol. 33 Z. 2—4. «) Paulus 6, 25 (,S'. 57 Z. 30-32). 5 ) Hol. 34' Z-
15-13 v. u. ») Pol. 34' Z. 12—10 v. u. ') Ena. 1018 Z. 4 f. ») 0-
sucht Eng. mit Iarer oben S. 11 in Einklang zu bringen. •) S. Anm. 7 u. 8.
'") Mainzer Nachrichten, vgl. die inconditi rithmi 88. Mencke 3, 410 Me . . . •posthaec Trojä Moguntius auxit. ") Vgl. Vocab. d. Papias 23'.