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war von neuem grofses Feuer ausgebrochen; über die Hälfte derNeustadt fiel ihm zum Opfer. Im Jahre 1509 erhob sich in derAltstadt endlich wieder *) ein Rathaus; der stattliche Bau, der heutedie Stadt schmückt. Nachher, am 10. August 1520, tat wieder ein-mal'*) das Wasser 'der Stadt gar grofsen Schaden' 3 ). Nur zur eigenenLebensgeschichte erhalten wir auch vom Chronisten selbst noch einenlehrreichen Beitrag, durch einen eigenhändigen Brief vom Jahre1517*). Und dieser schon länger bekannte Brief findet jetzt will-kommene Ergänzungen namentlich durch ein neugefundenes Akten-stück, das sachlich eng mit ihm zusammenhängt^): ein Schreiben derStadt Frankenberg aus demselben Jahre 6 ), das sich auf AussagenGr/s beruft; die erste und einzige Quelle dieser Art 1 ). In G-.'seigenem Brief sehen wir ihn in Verbindung mit dem einflufsreichenhessischen Hausminister Balthasar Sehrautenbach, dem Hauptgehilfender nunmehr wirklich regierenden Landgräfin Anna. Gr. unter-handelte mit ihm wegen einer neuen, bescheidenen, FranJcenbergerBf runde: jenes Annenaltars der Pfarrkirche, den Heinrich Weiden-nain im Jahre 1488 dotiert hatte*). Später, vielleicht nach Weiden-nains Tod, war der Altar einem anderen Bürgerssohn zuteil ge-
') Vgl. 457 Arm. 3. *) Vgl. 234 (422) zu 1297. ") Vgl. oben
l* Anm. 16. *) 479. b ) Dafs ich es noch rechtzeitig benutzen konnte,
verdanke ich Friedrich Küch. ") Es trägt zwar das Datum '1515', gehört
aber zweifellos dem Jahre 1517 an, zu dem die Tagangabe fritagk Augustini paßt.
) 151/7] Aug. 28 Frankenberg; Ausfertigung, Papier, mit Aufsenadrcssc und
£pur des schliefsenden Siegels. Marburg, Staatsarchiv, Ortsrcpositur Franken -
"erg. D er durchluchtigen unnd hoiehgeborn furstin unnd frawen, frawen Annen, ge-
born hyrtzoiehin von der Meckelnborgk, landtgraffin zeu Hessen, graffin zeun Katzen-
elnbogen und Dyetz, wytwen, auch den gestrengen und ernvesthen hern, verorden-
cn r etthen des fursthentumbs Hessen, unsser gnedigen frawenn unnd gunstigen ge-
Pettenden heran, etc. — Durchluchtige hoiehgebornne furstin und gnedige frawe, auch
gestrengen und ernvesten hern verordenthe rethe des furstentumbs Hessen. E. f. g.
"od e, syen zeuvorn unsse untherdenige, wyllige, schuldige dyenst myt allem vleis.
• 1. und e. h. Magister Henricus Solden, priester, eynes burgers soennc bye uns,
yt uns itzunt ersucht und bericht, das e. f. g. und e. haben en untherricht, von
uns eyne bewysse zeue brengen, was der altar und das lehen sanete Anne, gelegen
der sacristy der pharkyrehen zeum Franckenberg, jerlichs inzeukomen hayb. Dem-
Cn so haben wyr von magistro Johanui [!] Stypen, unsserm phernner, bemelten altars
, z e yn besitzer, uns belernt und erkunth, das solicher altar umb dye zwen golden
Jerhcher renthe fallende hayt; und darneben auch von hern VVigando Boddenbener
ytner bericht genomen, das er do bye, ober und anne sye gewest, das hyevor be-
~™ a ltar von hern Henrich Wydenheyn, dem godt gnade, und andern mere be-
Syntiget und dotert sye worden myt renthen und zynssen, dye jerlichs umb dye zwen
golden ertragen moegen, und nye anders vernomen ader gehört hayb, das er mere
nzeunemen hayb ader auch in mitteller zceyt gebessert [worden sei]. Auch hayt
gemelter magister Henricus Soldenn uns forter bescheiden, so von e. f. g. und e.
er myt dem altar obgemelt belent und presentert moechtte werden, wolde er den
'ar bessern myt eynem golden jerlichs zynsses. Das solichs alfso vor uns verluth
und gehört ist, schriben wyr von uns uff dye eyde und plichttc, dye wyr unsserm
gnedigen lieben hern von Hessen [Lgr. Philipp] und dem scheffenstolle gethayn
aben. Derhalben ist ane e. f. g. und e. unsser untherdenige, oytmodige, fiysge
ythe: angesehen das der altar gebessert moechtte werden, auch das magister Henricus
°lden eyne gelertter, geschicktter person ist und im furstentumb Hessen erzogen, en
m yt dem altar gnedigklich zeu versehen. Wollen umb e. f. g. und e. schuldigk und
w ylhgk zeu verdynen geneget syen. Datum Franckenberg uff fritagk Augustini anno
etc - xvto [t], etc. E. f. g. und e. untherdenigen und wylligenn burgermeister und
r »yth der alttenn staidt Franckenbergk. 8 ) S. oben 3* m. Anm. 12.