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worden, dem Magister Ludwig Stippen 1 ) genannt Christiani, von demG. am Ende der Stchr. erzählt, wie er im Jahre 1505 als jungerGelehrter mit sahireichen Erfurter Universitätsgenossen nach Franken-berg gesogen war zu gemeinsamer Fortsetzung des durch die Fest inErfurt selbst gestörten Studiums" 1 ). Ludwig Stippen verzichtete nachnicht langer Zeit zugunsten seines Bruders 3 ), Magister Johannes,der den Altar im Jahre 1511 erhielt. Nachdem dieser dann die ersteStelle in der Frankenbergcr Klerisei, die des Stadtpfarrers, erlangthatte, sollte im Jahre 1517 der Altar abermals in andere Hände über-gehen 4 ). Nunmehr erbat ihn sich unser Chronist am 16. Juni desJahres, tvohl zu Marburg, mündlich von Schrautenbach. Gleichdarauf jedoch verständigte sich mit G. ein junger Landsmann undAmtsbruder, Magister Heinrich Soldan 5 ). Er erbot sich, die bisheretwa 2 Gulden betragenden 6 ) Jahreszinsen des Altars, falls er ihnbekomme, durch eine Kapitalstiftung von 20 Gulden um 1 Gulden zuerhöhen 7 ). G. sah sich unter diesen Umständen veranlafst, zu ver-zichten; am 30. Juni 1517 zu Frankenberg gab er selbst dem Mit-bewerber einen Empfehlungsbrief an Schrautenbach mit. Uff das nuder altar so gebessert raocht werden 8 ), so wil ich myner reddevergesfsen unde fallen lasfsen, unde bitte uwer ernvestikeid, demgenanten hern Hinriche fruntlich unde furderlich zu syn, das mynegnedige frauw zu Hessen en wulle mit genantem altar versehenund presentirn 9 ). Heinrich Soldan erhielt hierauf von der Begierungden Bescheid, über die Einkünfte des begehrten Lehens eine amtlicheErklärung der Stadt Frankenberg beizubringen. Und für eine solcheivufste sich die Stadt dann keinen besseren Bat, als die erprobte Er-fahrenheit unseres Chronisten zu Hilfe zu nehmen. G. sagte aufBefragen aus, was er von alten Zeiten her wufste, und er erklärte,von einer neuerlichen Aufbesserung des Altars nie gehört zu haben.Dies meldeten Bürgermeister und Bat in dem ausführlichen Bericht,den sie am 28. August der Landgräfin Anna und den verordnetenRäten des Fürstentums Hessen erstatteten ; sie verwendeten sich zugleichauch ihrerseits nachdrücklich für den Bewerber 10 ).
') Stippin (Gerat.), Styppin, Stypen. ' i )473f. *) lieber dies Verwandt-
schaftsvcrhältnis s. Anm. 4. 4 ) 1511 Auf). 13 gab Mag. Johannes Christiani
dem Landhofmeister und den Regenten des Fürstentums Hessen seinen Reverswegen des nach freier Uebcrgift und Iiesignicrung durch Mag. Ludwig Stippenihm übertragenen Altars. Marb. Arch., Ausfert., Papier, m. aufgedr. Siegel.(Text viel ausführlicher als der ähnliche in G.'s Revers 478. Unter anderem willJoh. keine 'verdachte Frauenperson' in seinem Haus halten; vgl. 462f). — Denhier wie in der Stchr. genannten Lud. Stippen habe ich 473 Anm. 17 als iden-tisch mit Mag. Lud. Christiani, dem Lehrer von Eobanus Hessus und EuriciusCordus, erwiesen. Deshalb darf ich auch den hier urkundenden Joh. Christianimit dem Pfarrer Mag. Joh. Stippen glciclisctzen, den die Stadt 1517 Aug. 28 alsdamaligen Besitzer des Altars bezeichnet, und darf Lud. und Joh. beide für Söhnedes 473 Anm. 17 nachgewiesenen Christian Stippen halten. ») Solde (Gerat.),
Solden. — Zu 479 Anm. 5 bemerke ich noch, dafs das Märchen von der Iden-tität des Heim: Soldan mit Euricius Cordus jetzt auch bei R. Sommer, Familien-forschung u. Vererbungslehre (Lpz. 1907) 160 ff wiederkehrt. 6 ) Aussage G.'sin Marburg und in Frankenberg und Aussage des Joh. Stippen. 7 ) -Da*Kapital nennt G. Juni 30, den Zinsbetrag nennt die Stadt Aug. 28. Her Zins-fufs war also 5 Prozent. 8 ) Ebenso die Stadt Aug. 28: das der altar gebessertmoechtte werden. ") 479. '") Oben 21* Anm. 7.