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Die Chroniken des Wigand Gerstenberg von Frankenberg
Entstehung
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tzollefs halber 1 ), nachdemmael der tzoll verlehint ist umbe eyne ge-dingeten summe 2 ). Ist unfser bete: reddelichin tzoll zu nemen vonwagin, kam unde andern getzauwen 3 ); sundern wes man brochtcgetragin, tzollfry zu lassfsen.

Item sint wir vast bedrungen mit unfserm phee zu huden 4 ).Ist unfser bete: zu huden, alfs von alderfsweyn gehaltin ist.

Item geschyt unfs hindernisfse mit birschencken 5 ) alsus: diedorffere umbe unfs her gelegin 6 ) die uwerfuren unfs mit birvon Corbach 7 ). Ist unfser bete: wer nicht Franckenbergfs bir 8 )gedrincken möge, das der zu Marpurg 9 ), Wetter, Gemunden,Russchenberg etc. bir kouffe, das dan y so gut ist, alfs zu Cor-bach; uff das das gelt dem lande gegont worde unde nicht infremmedc ende gefurt werde 10 ).

JDafs unser Chronist es war, der 'Frankenbergs Klage' 11 ) an denLandesherrn zum Ausdrude brachte, zeigt uns aufs neue zweierlei:seine Liebe zur Vaterstadt und seine Vertrauensstellung in ihr. AlsVerfasser unseres Schriftstücks wirkt er ungenannt. Doch mag essein, dafs er auch mit seiner Person bei Wilhelm II bald wieder inähnlicher Weise für Frankenberg eintreten konnte und eintrat, wie erdas bei Wilhelm III vermocht und getan hatte. Denn nicht allzu-lange nach 1500 muls G. auch unter Wilhelm II zu Marburg demfürstlichen Hofe nähergekommen sein. Von Zeit zu Zeit machte erseitdem wieder neue Einträge in die Handschrift seiner Landes-chronik, und ihr Inhalt ist sehr bezeichnend. Dreimal ergreift jetztC. die Feder 12 ), um von der Landgräfin Anna, deren Name ihm beimletztvorausgegangenen Eintrag noch nicht geläufig war 13 ), nunmehrfast bis auf die Minute anzugeben, wann sie in den Jahren 1502,1503, 1504 ihre Kinder geboren hat. Mit umständlicher Genauigkeitregistriert er die Daten dieser freudigen Familienereignisse 14 ). Unddas pafst nun vortrefflich mit einer Aktennotiz zusammen, die wirunbedenklich auf unseren Chronisten beziehen dürfen: Her Wygant,ca pellan, kommt auf der Kammer der Landgräfin vor in einer Hof-ordnung Wilhelms II von frühestens 1503, spätestens 1506 15 ). Dieserdienst bei der Gemahlin des Landgrafen verschaffte dem Chronistenaann tvohl auch die offenbar amtlichen Feldzugsnachrichten vom Jahre1504 16 ), die er als besonderes Stück seiner Chronik-Forlsetzung zwischenJene genealogischen Aufzeichnungen einfügte* 1 ).

') Vgl. 424 unten: sulche hirlicheit..... nam ..... abe. *) Nicht

ln der Stchr. 3 J Vgl. 424 oben: an Markttagen war die Stadt voll von

jffpn, kamen u. getzauwen; 455 wagin, karne u. getzauwe. 4 ) Vgl. 4.64 u 465:

. le Stuhlräuber (seit 1483) belästigten u. beraubten die Einwohner, wo immer dieselr< j phee hutten. 6 ) Vgl. 421 f u. 420. ") Vgl. 424 oben: umbe die stad

j dorffere.....plagin zu martte kommen. ') Nicht in der Stchr., die Cor-

lof \ überhaupt nicht erwähnt. 8 ) Vgl. 429 u. 446. ') Vgl. 446.

J Dieser Merkantilismus dürfte aber wohl den Hintergedanken gehabt haben,«/« die Konkurrenz der hessischen liiere weniger gefährlich sei. u ) Vgl.

±t>3: 1483 herhub sich der von Franckenberg.....klage. 12 ) Vgl. 315 Änm.

< L U - e; 317 Änm. d. ") S. oben 14* m. Anm. 4. u ) 315. 315f. 317.

s l danach füllte er die genealogischen Rubriken 304 f aus. ls ) Marb. Samt-

wchiv. Gefunden und mir freundlichst mitgeteilt von Franz Gundlach. ") 316 f.

v 9l. unten Quellen J (Nr. 40). 17 ) Erwägt man, dafs die beiden Einträge

Zu 1524 und 1549, die ein Späterer zufügte (s. 318 Anm. b), beide die Gemahlin

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