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Die Chroniken des Wigand Gerstenberg von Frankenberg
Entstehung
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andern Hand in Hand ging oder ob die Bearbeitung erst später er-folgte, läfst sich nicht sagen. Wahrscheinlicher dürfte es sein, dafsG. bei ihr bereits auf der Autorität als Stadtchronist fufste; dafs erdas grofse Ansehen benutzte, das ihm durch sein der Stadt gewidmetesund überreichtes Geschichtswerk in Frankenberg sicher verschafft wurde.Man sah es dann wohl gern, dafs er sich auch der Stadtrechts-Hand-schrift Emerichs annahm, deren erste Blätter vielleicht durch einenZufall beschädigt worden sein mochten. G. hat diese Handschriftsozusagen neu vor geschuht. Vor die 13 letzten Blätter ihres Textes,die er unberührt liefs 1 ), setzte er 6 von seiner Hand geschriebene 2 ).Aber auch hierbei hat G- seine Finger nicht rein gehalten, vielmehreine Beihe von Interpolationen vorgenommen. Was er zufügt, sindteils unnötige historische Exkurse, die er der Lehr entnimmt 3 ), teilssind es heterogene Stücke, die dazu dienen sollen, die Rechtsverhält-nisse der Pfarrkirche bei dieser Gelegenheit noch weiter mit zufixieren. Beides ist zwar harmlos, stört aber doch etwas die echteArt des Emerichschen Werkes. G. versah dann das so erweiterteStadtrecht noch mit einem Vorwort zum Gedächtnis Emerichs*).

Von wem das dem Werke vorgesetzte Register verfafst ist, sieht mannicht. Geschrieben ist es von einer dritten Hand, aber von G. durch-gesehen; er hat Zahlen und anderes zugefügt 5 ). — Auch eine kleineArbeit allgemeineren Inhalts ist hier zu erwähnen, die G. in dieHandschrift der Stchr. vorn eintrug: die kurze Zusammenstellung der

Orden des neuen Testaments' 6 ). Sie verrät an einer Stelle, dafssie der Zeit nach 1497 angehört 1 ). Ihre Hauptquelle war die Lehr.Diese drei Arbeiten, Stadtchronik, Stadtrechtszusätze, Orden,sind Erzeugnisse derselben Frankcnbergcr Mufse G.'s. Die Stchr. gibtsich wiederholt als daheim geschrieben zu erkennen®). Auch ihreletzten Erzählungen, vom Empfang des Cardinais Peraudi 1503, vonder Pestilenz 1503 — 1505, vom Besuch der Erfurter Studiosen 1505—1506 9 ), machen den Eindruck des Selbstgesehenen. Und noch eineandere Aufzeichnung G.'s gibt es, die sicher in Frankenberg undwahrscheinlich um die gleiche Zeit wie jene drei Arbeiten entstanden ist.l'us ist eine vor kurzem wieder zutage gekommene Bittschriftder Stadt an den Landesherrn, die G. im Auftrag seiner Mitbürger

') Alte Zählung Bl. 9—21; jetzt in Hs. F (— Casscl, Mss. Hass. 4° 26)fl. 48—GO; Druck S. 695-756. J ) Alte Zählung Bl. 3—8. Bl. 5 ist ver-

n- en ' r , der Tcxi abcr er hnlten in Es. S (= Mss. Boss. 4° 118) Bl. 161'—163'.y l es Textstück, das man bisher nicht einmal vermifst hatte, enthält gerade mehrere««»• in der Stchr. verwerteten Stellen. Bl. 3—4 u. 6—8 sind in Hs. FBI. 43—47;-"ruck S. 069 Z. 5—678 Z 7 u. 678 Z 8—695 Z. 3. Mit der Ueberschrift 695/j 4 greift G. noch auf Bl. 9 (48) über. ") Einer davon, Druck 676, ist

u ns jedoch wertvoll, weil er das Wichtigste von einem verlorenen Blatt der Lehr,rettet; s. unten 229 m. Anm. b. Die lange Geschichte von Ligurgus, Druck 672~7 ß 75, stammt größtenteils aus der Lehr.,'unten 12 f, hat aber noch ein paar Zu-s ätec erhalten. Hierbei ist 674 oben nochmals llolevinck 16 benutzt: Z. 3 Auri

ä'gentique usum .....sustulit; Z. 10 f Emi singula non peeunia, sed comparatione

wercium jussit. 4 ) Bl. 3 (43) vorn; unten 477. 6 ) BL 1—2 (41—42).

) 359—360 — Bl. 2'. ') Vgl. 360 Anm. 15. *) So heißt es hir zum

franckenberge 412 Z. 1 v. u., 425 Z 9 v. u, 451 Z. 15; vgl dusfsc stedde FrJ88 u. öfter. Die Stadt Neustadt liegt 446 Z. 1 v. u. gensyt Treisa ') 471 ff.

v 9l 472 Anm. 6.

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