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Die Chroniken des Wigand Gerstenberg von Frankenberg
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andere Orte kommen in Betracht l ) . Diese Zeugnisse und Beobachtungen,die ziemlich deutlich sagen, dafs G. in einer ganzen Reihe hessischerStädte und Stifte Quellenstudien gemacht hat, scheinen sich nun mitjener Angabe Cr.'s zu ergänzen, dafs er in (leider nicht genannten)vornehmen Kirchen und alten Klöstern 'Heiligtum erworben' habe.Es scheint, als dürften wir eine förmliche Klosterreise G.'s vermuten,die zwei Früchte trug: Geschichtsstoff und Reliquien. Immerhinsindes nur Andeutungen, die wir über Art und Ausdehnung der Studienfür die Lehr, erhalten.

Auch zeitlich schwebt das, was wir über die Arbeit G.'s anseinem Hauptwerk sagen oder vermuten können, ziemlieh in der Luft.'Er war aber ivohl jahrelang mit dem Zusammenlesen des Stoffs be-schäftigt. Die Jahrangabe 1493 für die Niederschrift' 1 ) können wirjedenfalls nur für deren Beginn gelten lassen. Denn bereits bei Karldem Grofsen wird, und zwar nicht etwa erst nachträglich, eine gedruckteQuelle benutzt, die erst am 23. Dezember 1493 zu Nürnberg aus derPresse gekommen ist, die deutsche Ausgabe der Schedeischen Welt-chronik 3 ). Und so werden wir uns das Fortschreiten der Arbeit ziem-lich langsam zu denken haben. Auch während der Niederschrift aberhörte G. nicht auf, seine Stoffsammlung zu vervollständigen, seineKenntnis zu verbessern. An verschiedenen Stellen, auch in späterenAbschnitten seines Werks, hat G., wie die Handschrift zeigt, öftersgröfsere oder kleinere Stücke nachträglich neu redigiert und umge-schrieben^. Kleinere Verbesserungen und Zusätze hat er früh undspät eingetragen 5 ). Einmal aber hat er ganze 11 Blätter 6 ) erst vielspäter eingefügt.

Das geschieht an einer Stelle, wo G. schon vorher den Fortgangder annalistischen Erzählung inhaltlich durchbrochen hatte. Er zer-sprengt hier, gegen Ende des 1. Teiles, förmlich seine Chronik durcherst zwei, nachher drei grofse Exkurse. Der erste Exkurs betrifft dieWunder der heiligen Elisabeth, die G- allerdings anfangs nochim Rahmen der Annalistik festzuhalten sucht 1 ). Ein zweiter Exkurs,der ganz selbständig heraustritt 8 ), meldet die Tugenden desBruders Kurt, des Hainacr Mönchs Konrad von Herlcsheim 9 ).Zwischen beide wird dann nachher der dritte Exkurs eingeschoben,der die Wunder des seligen Ludwig, des Gemahls der heiligenElisabeth, behandelt w ).

Die Einfügung dieses letzten Stücks erfolgte erst, nachdem auchder 2. Teil der Lehr, im grolsen ganzen fertig war 11 ). Diesenzweiten, eigentlich hessischen Teil seines Werks hatte G. gleich nach

') Näheres unten im Abschnitt Quellen. ») S. oben 4* Anm. 4. a ) Vgl.

60 Änm. 1; unten, Quellen F (Nr. 24). ') So Bl. 277—284; s. S. 221

Änm. b. lieber die Anfertigung der Vorrede läfst sich leider nichts Sicheressagen, da ihr Text nicht eigenhändig erhalten ist. 6 ) Die Mehrzahl vor An-

fertigung der Stein:, andere aber auch noch später; hierfür vgl. z. B. 87 Anm.a—c; 408 Anm 13; 370 Anm. 13. ») Bl 245—258. ') 321—336 =

Bl 219-219'; 221'— 234'; 236'-237; 242'—244'. Vgl S. 199. 201. 202. 206.

s ) Vgl. 161 (Von dusfses..... lieylighcyd . sal itzt hir ruwen w. s. w.)

u. 355 9 ) 353-355 = Bl. 259—260'. ' l °| 339-350 = Bl. 245— 258'.

Vgl. S. 353 Anm. b u. 3; 339 Anm. 2. ") Vgl. oben 4' Anm. 5 (jüngere

Wortform Elisabeth).