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Die Chroniken des Wigand Gerstenberg von Frankenberg
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wagt, das eine oder andere sei allerglouplichs'). Sehr willkommenist nun der Grundsatz Q.'s, seine Quellen regelmässig zu nennen.Zwar sind unter seinen Quellenangaben auch unechte, aus dem Textder wirklich benutzten Vorlage mit übernommene"). Die meisten Citate(wer bezeichnen in der Tat G.'s eigene Quellen und tragen, da sieam Schlufs der einzelnen, voneinander sorgfältig getrennten Absätzeimmer von neuem gebracht werden*), viel dazu bei, für uns wiedereine Zerlegung der ganzen Compilation in fast alle ihre Bestandteilezu ermöglichen. Freilich führt dann diese quellcnJcritische Zerlegungweit über G.'s Gitate hinaus, auch für die Reconstruction der seitdemverloren gegangenen Quellen.

Vor allem darauf nämlich beruht der dauernde sachliche Wertdes Hauptwerks unseres Chronisten, dafs in ihm zahlreiche ältereQuellennachrichten erhalten und, wie die methodische Untersuchunger !/ibt, sorgfältig bewahrt worden sind*), die uns ohne G.'s dankens-werte Sammlertätigkeit verloren sein würden. Das ist bisher nichtklar genug erkannt ivorden. Vielfach redete man von verschiedenen,neben einander stehenden chronistischen Nachrichten in solchen Fällen,wo lediglich G.'s Landeschronik in Betracht kommt, deren Text ananderen Orten mehr oder weniger entstellt wiederkelirt. Da/s es zumBeispiel von der verlorenen Chronik Ricdesels auch noch andereopuren neben G.'s Landeschronik gebe, ist eine völlig irrige Ansicht*),und um die Bedeutung der Lehr, in das rechte Licht zu stellen, seiauch die Vorstellung gleich hier zurückgewiesen, als habe man in derbtadtchronih von Frankenberg regelmäfsig Barallelberichte G.'s ausden gleichen Quellen wie in der Lehr, vor sich und könne deshalbda, wo beide Chroniken untereinander abweichen, durch Combinationdem vollen Text der Quellen G.'s näherkommen. Dem ist nicht so:die Stchr. schreibt die Lehr, samt ihren Citaten einfach ab ; ihre Ab-weichungen sind zumeist werllose Interpolationen 6 ). In der Lehr.aber ist Q- m d er i m grol'sen ganzen treue Bewahrer älterer geschicht-licher Ueberlieferungen. Zwar fehlt es durchaus nicht an eigenenl rrigen Zusätzen und Gonstructionen. Die Stellen jedoch, an denen" in grösserem Umfang den Quellen mit ergänzender Phantasienachhilft, sind selten. Nur hier und da wagen sich förmliche Er-findungen hervor, gewisser mafsen Vorspiele der späteren ortsgeschicht-wchen Phantasmen der Stchr 7 ). Man darf wohl sagen, dafs die

, l ) 116; mit Begründung. — Vgl. Pistor ZHG. 27, 43 f. 2 ) Näheres

nten im Abschnitt Quellen. s ) Die scharfe Trennung der ganz regelmäfsig

W roten Initialen beginnenden Absätze ist für die Bedeutung der Citate aus-

J'uaggebcnd. Manche Stellen schienen bisher citatlos (vgl. Pistor 40), weil im

>uck die Zahl der Absätze vermehrt worden war. 4 ) Für ihre Zuverlässig-

■Jp.9*bt die genaue Feststellung der sonstigen Arbeitsweise G.'s einen sicheren

la/sstab. <>) Ganz zu schweigen von den sogenannten 'Bicdeselschen Excerp-

f n .- Vgl. Pistor 83 ff. 6 ) Das sachliche Verhältnis der verschiedenen Ar-

„ . e . M G.'s war natürlich nicht zu erkennen, solange man sich nicht einmal ihr

"CilUehcs Verhältnis wirklich klar gemacht hatte. ' 7 ) Sie betreffen namentlich:

l - Dagobert; s. 40 m. Anm 4. 6. 9; vgl. Stchr. 390 f; — 2. Bonifatius; s. 43 m.

f n ™16; 44 m Anm. 4 u. 6; 45 tri. Anm. 3; vgl. Stchr. 391 f; — 3. Marburg;

s - °2 m. Anm. 12; 148 m. Anm. 6; vgl. Stchr. 405. 408. 409 f. — Uebcr eine

weitere Erfindung s. unten 8* m. Anm. 6.