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Die Chroniken des Wigand Gerstenberg von Frankenberg
Entstehung
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getrennten Teilen*). Der 1. Teil nmfalst 8 Perioden wechselnderLandesherrschaften, der 2. Teil bildet nur eine Periode, die der Landes-herrschaft des Hauses Brabant 2 ). G. holt weit aus, um die heimischeGeschichte an die allgemeine anzuknüpfen. Er beginnt mit Alexanderdem Grofsen, berührt die Geschichte der alten Römer und kommt vondieser aus zur Geschichte des Fränkischen und zu der des DeutschenReichs, die er dann in ihren wichtigsten Wendungen weiter mit ver-folgt 3), j n di ese Reihe allgemeiner Ereignisse läfst er nun sein Haupt-thema allmählich immer breiter hineinwachsen und immer selbständigerund überwiegender sich entfalten; im 1. Teil die Geschichte der 'ein-herrigen' und als 'ein Land' verbundenen Nachbarländer Thüringenund Hessen und ihrer Herrscher bis auf Heinrich Raspe, wobeifreilich für Hessen nicht viel aufzubringen war 4 ); im 2. Teil die selb-ständig gewordene Geschichte Hessens und seines 'erlauchten' Fürsten-hauses. In beiden Teilen ruht der Nachdruck auf dem 'Regiment' derRegenten; die Landesgeschichte ist in erster Linie Fürstengeschieide 5 ).G.'s Werk ist in der Hauptsache eine mosaikartige Zusammen-setzung von möglichst streng zeitlich ineinander geordneten gröfseren°der kleineren Stücken aus zahlreichen und mannigfaltigen Quellen.G. s Arbeitsweise vereinigt Gründlichkeit mit Pedanterie 6 ). LateinischeVorlagen werden in meist sachlich treuer Uebersctzung ausgezogen,deutsche Vorlagen regelmäfsig in wörtlicher Herübernahme ihrer Texte.Aber G. klebt förmlich an seinen Vorlagen. Wenn es irgend geht,schreibt er ab; in späteren Werken sich selbst. Neu zu formen, wow eine Vorlage benutzen kann, liegt ihm fern 1 ). Schon in der Vor-r cde der Lehr. 8 ) geht er sozusagen auf Krücken; sowohl Aufbau wieWortlaut sind unfrei 9 ). Alles dies ist um so merkwürdiger, da nicht

, ') 1—4; 5—310; 211—318. 2 ) 3 f. Vgl. 387 (lyngen u. stamme der

af'i ■ 3 ) *W 3 unien - 4 ) Gerade das zwang dazu, von Thüringen

usfuhrlich zu handeln, wie auch Johannes Nuhn tat. Damit für Hessen doch

was mehr mit abfalle, greift G. öfters zu dem naiven Mittel, 'Thüringen und

essen' zu setzen, ivo er nur von Thüringen las. Aber auch Thüringen und die

fenlra n y er . s * na °ft crsi von Hv» 1 8W seine Quelle eingeschoben. Besonders bcach-

swert ist dies Verfahren gegenüber Lampcrt von Hersfcld, der selbst schon die

'mringer neben den Sachsen zu stark hervortreten liefs. Vgl. 101 Anm. 6; 102

££?• *•. — Von den Chatten ist keine Bede. c ) Vgl. 2 u. 287. ') Auf

ivl .S^chaften lassen auch seine Schriftzüge schließen. Sic sind im Grofsen

cnig individuell, aber sehr fest in kleinen Besonderheiten. T ) Vgl. z. B. den

r^Oy.O der Stehr., 386 ff. 9 ) 1 ff. 9 ) Gleich die Art des Anfangs ist

l ie die des Schlusses) angeregt durch das 'Leben des Lgr. Ludwig': 1 (Anfang)

r • • . prophete David sprichit . . . 'selig ist der man, der da vorchtit got . . . '.

ise Worte werden eigentlich wol zugeleit [G. 386 Z. 15 (Stchr.) zugelachty dem . . .

oengebornen fursten lantgravin Lodewige u. s. w. — Bann (1 unten) hört man

^olevinek durch: Bl. 3 Z. 20 f Utilissimum ergo est, historias plures nosse atque in

üh e 5 san i u * aliorum exemplo utilia sequi noxiaque vitare possimus. — Weiter (2)

rnimmt Lupus die Führung: 37 f Nee vero cuiquam haec ideo iudicentur in-

3 | ( ' uoc '» 83fj- anno .... praesens opusculum cudens [entspricht G.'s Jahr-

JaOe 14-93J ante 90 annos acta repetere videar, cum profecto . . . non ignoret

Zirp"™ M ' s - *"■ ~~ Nachher (3) läfst G. Bolevinck ganz statt seiner [vgl. Pistor

. *') 37 f!] sprechen: 1' Z. 14—12 v. u. Nee mihi conscius sum aliquid me

snisse, quod non in fide dignis historiis habeatur.....sive.....aperte sequatur;

J . 28 ff Obsecramus pro Christo lectorem, ne ineiviliter manum ad corrigendam>c annorum supputationem apponat, nisi prius toto opere perspecto; quod non ideo

' c "" us i c l»asi nullibi erraverimus; 31 f Ubi autem errorem invenit,.....corrigat ex

raedictis, q uos sequimur.