4*
Pfründe nennt G. nicht ausdrücklich. Doch erwähnt er nachher zweiAltäre der Pfarrkirche, den Jakobsaltar und den Elisabethaltar, ineiner Weise, die darauf schliefsen läfst, dafs damals ihnen beiden seinAmt gewidmet war 1 ). ''Aber die Stellung eines Altaristen hatte einezweifache Schattenseite. Sic beschäftigte nicht ganz und ernährte nichtvollständig ihren Mann 12 ). Um das zweite hatte es nun freilich fürGr. keine Not. Er mufs, ivie schon seine Mitteilung zu 1486 zeigt,vermögend gewesen sein. Die damalige Tat, die er selbst in der Stchr.auf die Nachwelt zu bringen für nötig hielt, bestand darin, dafs erauf seine Kosten ein Gitter (Roste) um den bis dahin offenen Kirch-hof der Pfarrkirche machen liefs, damit das Vieh nicht mehr daraufherumlaufe 3 ). Und was die Beschäftigung G.'s betrifft, so fügte essich dann, dafs er nicht dauernd gebannt blieb in die Enge der ver-kümmerten Vaterstadt, die seit dem Brand von 1476 recht armseliggeworden war. Er erhielt einen weiteren Wirkungskreis.
G. kam in "persönliche Beziehungen zu dem lebhaften Hofe seinesLandesherrn, des seit dem Jahre 1483 in Oberhessen regierenden undzu Marburg residierenden jungen Landgrafen Wilhelm III, desreichen Erben der Grafschaft Katsenelnbogen. Diese Beziehungenhängen zusammen mit der chronistischen Tätigkeit, um derentwillenallein G. unsere Anteilnahme erweckt. Ob ihn erst diese Tätigkeitan den Hof brachte, oder ob er dort schon Fufs gefafst hatte, als erzu schreiben begann, sieht man leider nicht. Es war im Jahre 1493,dafs G. sich daran machte, seine umfangreiche Üompilation einerthüringisch-hessischen Landesgeschichte niederzuschreiben''). Vorherscheint er sich als Chronist noch nicht betätigt zu haben; jedenfallssind die kleineren Arbeiten, die wir von ihm besitzen, alle jünger 5 ).
G.'s grofse Chronik stellt sich dar als Landeschronik vonThüringen und Hessen bis 1247 6 ) und von Hessen seit124V 1 ). Sie besteht aus einer Vorrede und 2 äufserlich wie innerlich
') 470 (Stchr., um 1497). Vgl. auch 479. 2 ) So sagt Werner a. a. 0. 219.
') 466. ') Sie sei 1493 'zusammengeschrieben ', sagt er in der Vorrede, 2. Ge-
meint ist aber offenbar der Beginn der Niederschrift; s. unten 12'. B ) Einen
chronologischen Leitfaden gibt die Schreibung des Namens Elisabeth. — I. Im 1.Teil der Lehr, schwankt sie anfangs zwischen Elizabeth und Elyzabeth; jenes 5 mal149. 152. 154. 155; dieses 17 mal 151. 153-154. 154—155 oben.— IL Dann wirdElyzabeth völlig fest für den 1. Teil der Lehr, einschliefslich der 'Wunder Elisabeths'und der 'Tugenden Kurts', wie auch noch für den Anfang des 2. Teils (6 mal), zu-sammen 478mal: 155 unten — 168. 171—199. 201—208; 321—336; 353; 211—213.218. — III. Nun tritt als dritte Form Elisabeth hinzu; aber im 2. Tai der Lehr,bis zum Schhifs hin schiebt sieh immer wieder die aligewohnte Form Elyzabethdazwischen (zuletzt beim Jahre 1496): Elis. 19 mal 222. 231. 236. 237. 243. 244.246. 247. 249. 250; Elyz. 1 mal 257; Elis. 9 mal 259—261. 266. 273; Elyz.1 mal 280; Elis. 1 mal 282; Elyz. 3 mal 285. 288. 289; Elis. 7 mal 289. 298. 304.305; Elyz. 4 mal 305. 306. 314; Elis. 2 mal 315. — IV. In den 'Wundern Lud-wigs' (5 mal) und in der Stchr. samt ihrem 'liegister' herrscht Elisabeth allein,zusammen 37 mal: 339. 340. 346; 405. 410. 411. 413. 414. 418 419. 424. 430. 431.436. 457. 470. 471; 380. 381. 384. — V. In der Bgttf. endlich kehrt, aber nichtvon G.'s Hand, sondern von der des Kalligraphen, die erste Form Elizabeth wieder:18 mal 372—375. 8 ) G. hat irrig 1246; s. 209 u. 211. ') Die materie des
1. Teils bilden dusfse czwey lande; s. 3 f u . 209. Der 2. Teil sagt, wie Thüringenvon Hessen abekummen ist, und handelt vorterfs von Hessen alleyne; S. 4 u. 211.Einen Titel gibt G. seinem Werk nicht. Als buch bezeichnet er es 2- 4. 209. 211.