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Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
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Der Spa2iergang um den See weckte Chaste-Erinnerun-gen, und so war die Ideenverbindung mit dem Nietzschevon Sils Maria — und mit meinem Buch gegeben. AmAbend wurde die Kurgesellschaft mit Filmvorführungenauf der Terrasse und Kammer-Musik im Saal unterhalten.Wir waren kaum eine Woche in Mohonk, als Trauernach-richt uns traf. Bruno Frank war gestorben. Er hatte mitschwer beschädigtem Herzen noch eine Lungenentzün-dung im Hospital überstanden. Dann, nach Hause zurück-gekehrt, war er eines Nachmittags in seinem Bett, auf derSteppdecke allerlei Zeitschriften, eine Hand unter demKopf, im Schlafe unmerklich und mit friedlichster Mieneabgeschieden, ein Sonntagskind im Tode, wie er es, selbstnoch unter den Unbilden der Zeit, im Leben gewesenwar. Gern hätte ich mich, die Nachricht im Herzen, demstillen Rückblick auf fünfunddreißig Jahre kaum unter-brochener Nachbarschaft und des ständigen Austauschesmit diesem guten Gesellen überlassen und verfluchte dieRolle des Schriftstellers, die ihm bei solcher Gelegenheitsogleich den Zwang zu geformter Äußerung, zum Worte-machen und Sätzedrechseln auferlegt. Ein Gedenk-Artikel für den New Yorker (Aufbau» war unabweisbargefordert. Ich brachte einen föhnig schwülen Vormit-tag damit zu, ihn in Fagon zu bringen, befriedigtdoch auch wieder von der Möglichkeit, dem liebens-würdigen Menschen, dem glücklichen Poeten, dem Freun-de voll treuen Glaubens den Tribut der Dankbarkeit zuentrichten.

Er hatte das Letzte, was ihm zu schreiben vergönnt ge-wesen, das Eingangskapitel zu einem Chamfort-Roman,der, nach diesem Anfang zu schließen, das Werk seiner

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