besten Reife geworden wäre, für das Heft der «NeuenRundschau» gespendet, das, gefüllt mit Kundgebungenfreundlicher Anerkennung, zu meinem Geburtstag her-ausgekommen war, und mit dem die schon historischeZeitschrift des alten S. Fischer Verlages ihr regelmäßigesErscheinen wieder aufnahm. Ich hatte das Heft mit mirin Mohonk und warf dann und wann einen scheuen Blickin das üppige Dickicht seiner Lobsprüche. Mein Schwie-gersohn Borgese pflegt von «Vitamin P.», das is t «Praise», zusprechen, und es ist wahr, diese Droge kann tonisch, kannbelebend wirken und selbst bei skeptischer Gesinnungdoch wenigstens Erheiterung bringen. Wir alle tragenWunden, und Lob ist, wenn nicht heilender, so doch lin-dernder Balsam für sie. Dennoch steht, wenn ich nacheigener Erfahrung urteilen darf, unsere Empfänglichkeitdafür in keinem Verhältnis zu unserer Verletzbarkeit durchschnöde Herabsetzung, hämische Schmähung. Wie dummdiese sei und wie offenkundig bestimmt sogar durchirgendeine private Ranküne: sie beschäftigt, als Ausdruckder Feindschaft, weit tiefer und nachhaltiger, als das Ge-genteil, — sehr törichterweise, da Feinde ja das notwen-dige und geradezu beweisende Zubehör jedes stärkerenLebens sind. Andererseits ist Lob eine schnell sättigende,schnell widerstehende Speise, die innere Abwehrbewe-gung dagegen ist bald vollendet, und das beste wäre dennalso wohl, es gäbe weder Gutes noch Böses in unsererSache überhaupt zu vernehmen, was leider nun wiederbei einem hinauswirkenden, die Gemüter verschiedent-lich bewegenden Dasein nicht möglich ist. — Ein Glücknoch, wenn, wie es hier bei den bedeutendsten Beiträgender Fall war, Person und Werk nur zum mehr oder
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten