Druckschrift 
Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
Seite
75
Einzelbild herunterladen
 

ich auch an diesem Tage, von meinem Arbeitstisch mehr-fach abgerufen, den Roman fast um das normale täglichePensum förderte. Abends sahen wir Werfels und Franksbei uns. «Gespräch über die Welt des Buches.» Dann:«Hörten n Uhr ausführliche Invasionsnachrichten ausHollywood und London.»

VIII

FREITAG, der 23. Juni 44 war, wie ich schrieb, «eindenkwürdiger Tag im Gange dieser elfjährigen Aufzeich-nungen». Wir waren sehr zeitig auf und fuhren gleich nachdem Frühstück nach Los Angeles zum Federal Building.Dort nahm ein vollbesetzter Saal uns auf, darin BeamteAnweisungen erteilten. Der «Judge» erschien, ließ sich imPodium-Stuhle nieder und hielt eine Ansprache, die durchgute Form und freundlichen Gedankengang gewiß nichtnur mir zu Herzen ging. Man erhob sich zu gemeinsamerEidesleistung und hatte dann einzeln an anderer Stelle dieEinbürgerungspapiere zu unterzeichnen. So waren wiramerikanische «citizens», und ich denke gern — tue abergut, mich kurz zu fassen beim Aussprechen dieses Gedan-kens —, daß ich es noch unter Roosevelt, in seinemAmerika geworden bin.

Zu Adrians Leipziger Brief, einem tour de force undeinem der Sorgenpunkte des Buches, kehrte ich aus spä-teren Abschnitten noch wiederholt, unzufrieden ändernd,zurück. «Wie man es macht, ist es falsch. Bin ich gezwun-gen, den Stoff auszutrocknen und zu verderben ? — » Eswaren Augenblicke — und recht ausgedehnte zuweilen —

75