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Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
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und war «nicht glücklich». Die seit dem Rheinübergangund der Forcierung der Oder sich überstürzenden Ereig-nisse in Deutschland wirkten schwer zerstreuend, ohnezu erheben. «Sieghafte Hoffnungslosigkeit» ist ein Aus-druck des Tagebuches, den ich als Unglauben in die Fä-higkeit der Sieger deute, nach dem Kriege den Friedenzu gewinnen. Ein Gespräch mit zwei Schweizern, diemich besuchten, einem Konsul und einem Journalisten,drehte sich um nichts als den amerikanisch-russischenGegensatz und um den bevorstehenden WiederaufbauDeutschlands. «Der Sieg wird ärger verspielt werdenals das vorige Mal.» Unter Freunden war geradezu vondem «heute schon so gut wie gewissen Vernichtungs-krieg der Zukunft» die Rede.

«Beschäftigung mit dem Roman. Versuche, den An-schluß zu finden und die Lust zu beleben. Aber Mißfallenund Überdruß hemmen mich. Das Mißraten des Werkeskann wohl keinem Zweifel mehr unterliegen. Dennochwerde ich es zu Ende führen.» Ich hatte das XXVI. Ka-pitel und damit die Partie des Buches zu schreiben be-gonnen, die zu dem Ausbruch des Krieges von 1914 hin-führt, als ich eines Nachmittags — es war der 12. April —in der Einfahrt zum Hause die Abendzeitung vom Bodenaufnahm, die der Austräger dort niederzulegen pflegte.Ich warf einen Blick auf die balkendicke «headline», zö-gerte und reichte dann das Blatt stumm meiner Frau.Roosevelt war tot. Wir standen verstört, in dem Gefühl,daß rings um uns her eine Welt den Atem anhielt. DasTelephon rief. Die improvisierte Radio-Äußerung, dieman verlangte, lehnte ich ab. Wir redigierten ein Tele-gramm an die Witwe des Dahingegangenen und hörten

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