Sorgen zu Ende. Die Rundstedt-Offensive, ein letzterkeck-verzweifelter und wohl vorbereiteter Versuch derNazimacht, das Schicksal zu wenden, war in vollem Gangeund zeitigte Schreckenserfolge. Vom «Rückzug auf gün-stigere Stellungen» hatte man lange nur in den Berichtendes Feindes gelesen. Er war jetzt unser Teil in Ost-Frank-reich. Verlust aller Brückenköpfe auf einer 50-Meilen-Front, geblieben nur die Gegend um Aachen und einStreifen Saargebiet, Straßburg, selbst Paris bedroht, Pa-nik überall in Europa vor dem deutschen Wiederauf-leben, das war das Bild, und es graute einem vor demSchicksal der unseligen Belgier, die wieder in deutscheHand gefallen. Nun, das Abenteuer versandete. EinigeTage nur, und wie die Blätter mochten meine täglichenAnmerkungen sich darüber ausschweigen. Ich hatte wäh-rend jener beklommenen Tage am Laufenden fortge-schrieben und gab bei einer häuslichen Vorlesung nachMitte Januar fast alles von dem zentralen Gespräch Ge-schriebene, wohl dreißig Seiten, in einem Zuge zu hören.Erika war zugegen und wußte sogleich erleichterndeKürzungen vorzuschlagen. «Die Länge», heißt es im Heft,«ist die ästhetische Gefahr des lebhafteinsetzenden Kapitels— wie des ganzen Buches. Wenn das Erregende bei die-sen Dimensionen sich hält, so muß es starker Natur sein.»Anfang Februar war das Ende des Monstre-Gesprächesabzusehen. Im Ohr die hysterischen Deklamationen derdeutschen Ansager über den «heiligen Freiheitskampfgegen die seelenlose Masse», schrieb ich die Seiten überdie Hölle, die wohl die eindringlichste Episode des Ka-pitels sind, — nicht denkbar übrigens ohne die innere Er-fahrung des Gestapokellers, — und die ich zur Vorlesung
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