Prätension, in den verständig-menschlichsten Formen zuChristen geweiht. Es war die angenehmste kirchlicheErfahrung, die ich gemacht habe. Im Familienkreis, mitBorgese, auch mit Freunden wie Neumanns war von derKriegslage immer wieder die Rede. Im Rückblick nimmtdie schwankende Beurteilung der Aussichten, die damalsimmer noch möglich war, sich seltsam genug aus. TrotzHitler-Deutschlands verzweifelter Lage schien eine Per-spektive nicht ausgeschlossen, wie: unbestimmtes Sich-hinziehen des Krieges, der oder jener Regierungswechselinzwischen, Todesfälle unter den Führern und Friede erstnach einer Periode des Chaos, geschlossen von anderenMenschen. Durfte man von der Stimmung zuhause aufdie «Moral» der amerikanischen Truppen schließen, sostand es bedenklich um diese. Im Lande hier gab es Haßauf die Juden, die Russen, die Engländer — nur nichtgegen die Deutschen, gegen die man Krieg führen mußte.Was die innerlich gefährdete Allianz zusammenhielt, warallein die diplomatischeEnergieEisenhowers,dessen nor-mannische Landung ein technisches Meisterstück ohneVorgang gewesen war, — dieses getreuen Vollzieherseines höheren staatsmännischen Willens und Ingeniums.Der Staatsmann aber, zum vierten Male Herr des WeißenHauses, der aristokratische Volksfreund, ebenbürtig deneuropäischen Diktatoren als gewiegter Massenlenker, ihrgeborener Gegenspieler, der große Politiker des Guten,für den der populäre Krieg gegen Japan ein Mittel ge-wesen war, den 1938 durch «München» gerettetenFascismus zu schlagen, — dieser Mann war vom Todegezeichnet.
Das Jahr ging unter sehr gegenständlichen politischen
96