und künstlerischen, vor allem musikalischen Interessenbeherrschten Atmosphäre, studierte er Philosophie undMusik und habilitierte sich 1931 als Privatdozent an derFrankfurter Universität, wo er Philosophie lehrte, bis ervon den Nazis verjagt wurde. Seit 1941 lebt er, fast nach-barlich nahe bei uns, in Los Angeles.
Dieser merkwürdige Kopf hat die berufliche Entschei-dung zwischen Philosophie und Musik sein Leben langabgelehnt. Zu gewiß war es ihm, daß er in beiden diver-genten Bereichen eigentlich das Gleiche verfolge. Seinedialektische Gedankenrichtung und gesellschaftlich-ge-schichtsphilosophische Tendenz verschränkt sich auf eineheute wohl nicht ganz einmalige, in der Problematik derZeit begründete Weise mit der musikalischen Passion. DieStudien, welche dieser dienten, Komposition und Klavier,betrieb er anfangs bei Frankfurter Musikpädagogen, dannbei Alban Berg und Eduard Steuermann in Wien. 1928bis 1931 war er als Redakteur des Wiener «Anbruchs» imSinne der radikalen modernen Musik tätig.
Wie kommt es aber, daß dieser «Radikalismus», unterdem der Laie sich eine Art von musikalischem Sanscu-lottentum vorzustellen geneigt ist, mit dem stärksten Sinnfür Tradition, mit einer ausgesprochen historischen Stim-mung und dem unerbittlichsten Bestehen auf Können,Strenge und Solidität des Handwerks einhergeht, — wieich das bei Musikern dieses Typs immer wieder gefundenhabe ? Was er etwa gegen Wagner auf dem Herzen hat,dieser Typ, ist nicht so sehr dessen Romantismus, seineSchwelgerei, seine «Bürgerlichkeit»oder seineDemagogie.Es ist vielmehr dies, daß er sehr oft ganz einfach«schlecht komponiert». — Ich habe kein Urteil darüber,
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