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Bude" (Budaeus), den Ordner der Pariser Bibliothek, der alsPhilolog und Jurist gleich gross war, sich zum Vorbildgenommen.
Kaiser Maximilian hatte damals die Wiener Hof biblio-thek, die zuerst unter Celtes' und Cuspinian's Leiüing ge-standen, durch viele seltene und kostbare Handschriften undBücher ansehnlich vermehrt. Es hatte sich das dringendeBedürfniss einer beständigen genauen Beaufsichtigung undeiner systematischen Aufstellung der gesammelten literari-schen Schätze herausgestellt, einestheils, um sie für den Ge-brauch nutzbarer zu machen, dann aber auch, um ihre sorg-fältigere Aufbewahrung zu sichern. Die Bibliothek befandsich in der Nähe der Burg in dem von meist italienischenMönchen besetztenMinoritenkloster beim kaiserlichen Spital:')sie war in engen Localitäten nicht vorteilhaft untergebrachtund wenig geordnet. Nach Cuspinian's Tod (1529) hatte derkaiserliche Leibarzt und Mathematiker Georg Tannstetter(Collimitius) die Aufsicht geführt. Nach dessen Abgang(1535) war sie ohne bestimmte Leitung unter der Aufsichteinzelner Minoritenmönche, bis endlich der kaiserliche Leib-arzt Wolfgang Lazius die Inspection erhielt und sich sehrangelegen sein liess, dass die Sammlungen durch Erwerbungvon Handschriften und gedruckten Werken vermehrt würden:namentlich besorgten König Ferdinands I. Gesandte Casparvon Nydbruck (bis 1553) und Augerius Gislain Busbeckderartige Zusendungen für die Bibliothek, ohne dass sie je-doch mit einer Inspection darüber betraut waren. 2 )
') Um Platz zu gewinnen, trugen die Minoriten darauf an, dieBibliothek aus ihrem Kloster in das Kaiserspital zu transferiren.Mosel, S. 62.
2 ) Lambeck und Mosel 11. cc. geben an, dass nach dem Tode desLazius Caspar von Nydbruck und Augerius Busbeck eine Zeitlang derHofbibliothek vorgestanden seien. Das ist jedoch unrichtig. Nydbruckwar wohl 1553 an Ferdinands I. Hof, aber meist zu auswärtigen Mis-sionen verwendet: er starb 1557 in Brüssel. Busbeck hielt sich zwar