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Wenn Friedrich Nausea auch nicht so energisch indie Universitätsverhältnisse eingriff wie sein Vorgänger Jo-hann Faber, und auch nicht durch besondere Stiftungensein Interesse für die Studien an den Tag legte, so darfdoch nicht unberührt gelassen werden, dass in einer so auf-geregten Zeit, wo kirchliche Verfolgungen auf der Tages-ordnung waren und König Ferdinand Alles aufbieten musste,um die religiösen Streitigkeiten so viel als möglich nieder-zuhalten, er an dem Bischöfe einen sehr besonnenen undgemässigten Rathgeber hatte; daher kam es aueb, dass diedamaligen Dompröpste Johann Rosinus, Johann Sauer undMartin Bondenarius als Universitätskanzler weniger mit demConsistorium der Hochschule in Widerstreit geriethen, alsdies früher der Fall gewesen.
Nausea war ein überaus fruchtbarer Schriftsteller, derin seinen literarischen Productionen (die sämmtlich nichtvon grossem Umfange sind) wohl vorzüglich Theologisches,aber auch vieles Andere, wie Pädagogik, Geschichte, Philo-sophisches, Naturgeschichtliches und Juridisches behandelte.Ein Theil dieser zahlreichen Schriften ist gedruckt, meist inKöln, Mainz und Wien, manche sogar wiederholt; andereaber liegen noch handschriftlich auf Bibliotheken oder inArchiven. 1 )
altare, mit der jetzt nicht mehr leserlichen Inschrift: „Rev. in Chr. PatriPriderico Nausea, Episcopo Viennensr, qui vita momentanoe Tridenti inConoilio defunetus, inde translatus hie sepultus est, Antonius Mugliz suc-cessor posuit anno D. 1660."
') Im Jahre 1546 verfasste Nausea selbst ein Verzeichnis» seinerbis dahin erschienenen Schriften, welches den zu Basel 1560 gedrucktenEpistolae miscellaneae ad Frid. Nauseam angefügt wurde; darin werdenaber nicht alle seine Publicationen aufgezählt. (Vgl. Denis 1. c, S. 408.)Auch Joch er und Possevin, die Verzeichnisse geliefert haben, welche in«Jen Scriptor. univ. Vienn., p. 24— 27, aufgenommen sind, geben nichtd 'e Titel aller Schriften genau. Denis 1. c. führt manche derselben an,cliR bei jenen entweder gar nicht oder mit unrichtiger Bezeichnungvorkommen.